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Neuigkeiten, Rezensionen und Gedankensplitter
Wachaubahn-Symposium - ÖV-Forcierung
(Schiene)
Freitag vor zwei Wochen fand ein Geburtstagssymposium - "100 Jahre
Wachaubahn" an der Donau-Universität statt. Zu später
Stunde - von 19-22 Uhr - wurden insgesamt 16 Reden/Vorträge zugunsten
der Jubilarin gehalten, die vom inhaltlich tlw. nicht sehr fundiert
informierten Landesrat Heuras als "Alte Dame in der Pflegestufe
6-7" bezeichnet wurde. Tatsächlich weist die Gleisinfrastruktur
zahlreiche Langsamfahrstellen auf, das Problem liegt doch darin begründet,
daß das Land NÖ lt. offizieller Haltung Autobahnprojekte
gefährdet gesehen hätte, hätte es die Instandhaltung
der ÖBB-Gleisinfrastruktur seitens des Bundes (BMVIT) eingefordert.
Folgendes Zahlenverhältnis gibt in ernüchternder Weise Einblick
in die (geringe) Priorität, die Bahnstrecken nicht nur seitens
der ÖBB eingeräumt wird:
So sollen im Waldviertel ab 2011 sagenhafte 827 Mio. EUR in den Straßenbau
für Ortsumfahrungen fließen - wozu? - statt den öffentlichen
(Schienen-)verkehr einmal wirklich zu forcieren. Geht man von einer
(geschätzten) Quote von 7,5% ÖV-Benutzern aus, so ergäben
sich bei 827 Mio. EUR immerhin 62 Mio. EUR für den öffentlichen
Schienenverkehr und nicht gerade einmal im Vergleich dazu lächerlich
anmutende 17 Mio. EUR (dazu gab es einen Bericht auf noe.orf.at).
Ist das Land NÖ nur ein Land für dem Wein zugeneigte, unbeirrbaren
Autofahrer? Wann wird sich das Motto "Brot und Spiele für
das Volk" von selbst entlarven? Die Politik könnte explizit
gegensteuern - wenn sie nur wollte. Aber der Klimawandel wird seitens
der konservativen Politik negiert bzw. abgeschoben ("Klimaschutz
ist Aufgabe für China und Indien, aber sicher nicht für Österreich")
- damit verbauen die NÖ-Politiker das Bundesland im wörtlichen
Sinne - in einer Art und Weise, die keine Zukunft hat (vgl. weiter unten).
2009-12-15
Unterwegs mit dem Zug - Fahrplan 2010
Man wird an alte Zeiten erinnert: So wird der REX 7103 (Abfahrt Krems/Donau
um 5:21) - dankenswerter Weise - wieder als alte Schnellbahngarnitur
geführt, was eine bessere Durchlüftung und teilweise angenehmere
Sitze garantiert. Zum vollständigen "Glück" fehlt
jedoch ein g'scheites Laptop-Tischerl. Ansonsten ist es sehr angenehm,
wieder umstiegsfrei nach Wien Heiligenstadt unterwegs zu sein.
Schade ist, daß die Anschlußzüge von Krems nach St.
Pölten nicht mehr angepaßt sind - eine Neuerung des letzten
Fahrplanes. Was insbesondere abgeht, war auch die sehr innovative Idee
von Direktzügen nach Payerbach-Reichenau und retour. So ist es
zwar nun möglich, in grob 2:10-2:30 Std. von Krems nach Wr. Neustadt
(und retour) zu fahren, allerdings nun mit 3-4 Umstiegen. Die Idee eines
Direktzuges der 2 Stunden unterwegs war, war gut, und könnte wieder
angedacht werden: z.B. als Anschluß-REX in Absdorf-Hippersdorf,
der seinerseits (in Stockerau) auf einen REX-Zug nach Retz abgestimmt
sein könnte - soviel zur Theorie.
Was die Praxis betrifft, so hoffe ich - und werde selbst daran mitarbeiten
- daß sich u.a. durch Diskussionen von probahn.at mit dem ÖBB-PV
fruchtbare Verbesserungen ergeben werden.
2009-12-15
Klaras Geburtstag
Klara feierte am vergangenen Sonntag (29.11.2009) ihren 4. Geburtstag.
Und eine Runde lieber Freunde aus dem Waldviertel feierte mit. Ziemlich
zeitgleich lag auch der 5. Geburtstag von Heidi (Berger) - wir feierten
beide Geburtstage gemeinsam.
 2009-11-29
Virus Auto. Die Geschichte einer Zerstörung - Buchrezension
Ich habe mir heute (Montag) Mittag ein bedeutsames Buch besorgt, von
dem ich u.a. durch die neueste GEA-Zeitschrift "Brennstoff"
erfahren habe. Hermann Knoflacher, gebürtiger Kärnter, ist
Professor für Verkehrsplanung an der TU Wien und bekennender Autokritiker.
Interessanterweise habe ich in diesem Buch u.a. den (wahren) Grund
für den Bau der neuen Nordautobah A5 erfahren: Fürst Schwarzenberg
möchte sein Holz aus den tschechischen Besitztümern möglichst
günstig nach Italien transportieren können, in diesem Sinne
dienen Poiltik und Wirtschaft derzeit als Erfüllungsgehilfen der
Privilegienherrschaft "gut Betuchter". (vgl. S. 73).
Nachfolgend habe ich hier einige sehr deutlich-exemplarisch seine Haltung
/ seinen Zugang zum Thema darlegenden Zitate angeführt.
Auf S. 86 verweist Knoflacher auf den Paragraphen §43 der
StVO, in dem sinngemäß enthalten ist, daß die
Sicherheit der Anrainer im Vordergrund zu stehen hat:
"(...) die Lage und Widmung oder Beschaffenheit eines
an der Straße liegenden Gebäudes oder wenn und insoweit es
die Sicherheit eines Gebäudes oder Gebietes und/oder der Personen,
die sich dort aufhalten, erfordert,
1. dauernde oder vorübergehende Verkehrsbeschränkungen oder
Verkehrsverbote, insbesondere die Erklärung von Straßen
zu Eisenbahnstraßen [!], Maß-, Gewichts- oder Geschwindigkeitsbeschränkungen,
Halte- oder Parkverbote und dergleichen zu erlassen,
2. den Straßenbenützern ein bestimmtes Verhalten vorzuschreiben,
insbesondere bestimmte Gruppen von der Benützung einer Straße
auszuschließen oder sie auf besonders zu bezeichnende Straßenteile
zu verweisen."
Knoflacher widmet sich den Themen Abgas- und Lärmbelastung im
Detail:
"Lärm transportiert Informationen schneller ins
Gehirn als das Auge und löste dort Reaktionen aus, die beim Schlafen
zu einem erhöhten Adrenalinausstoß führen, der - wenn
er nicht umgesetzt wird - zur Erhöhung des Blutdrucks, zur Gesundheitsstörung
bis hin zum Tod führen kann. Das ist medizinisch längst nachgewiesen.
(...) Die Straßenverwaltungen in Österreich akzeptieren Lärm
überhaupt erst als störend, wenn er tagsüber den Wert
von 65 dB(A) und in der Nacht von 55 dB(A) überschreitet. Damit
Autofahrer auch in der Nacht ungehindert lärmen können, nimmt
man schwere gesundheitliche Schädigungen der Bevölkerung in
Kauf." (S. 93, Abschnitt "Erste Wahrnehmungen von
Zerstörung")
"Autofahrer, die in hohen Konzentratioen von Schadstoffen
im Auto sitzen, merken es überhaupt nicht, weil der Anstieg der
Schadstoffe in der Innenkabine langsam und damit unter der Wahrnehmungsgrenze
erfolgt."
(S. 98, Abschnitt "Abgase: der unsichtbare Tod")
"Es sind übrigens die Lungen, die in vielen städtischen
Straßen die einzigen Filter sind, um die Schadstoffe aus der Luft
zu holen, weil man die Bäume, die früher dazu beigetragen
haben, die Luft reinzuhalten, beseitigt hat, um Platz für parkende
Autos zu schaffen. Langsam beginnt man in den Städte umzudenken
und pflanzt wieder Bäume, dafür entfernt man die Alleen im
Freiland, um Fahrbahnen zu verbreitern." (S. 101)
"Die Natur reagiert auf die permanenten Eingriffe zunächst
gelassen mit Elastizität - aber in der Folge immer konsequent:
Wir können uns noch auf einiges gefasst machen. Was man mittlerweile
erkannt hat, ist die Änderung des Klimas als Folge der maßlosen
Emmission von CO2 und anderen klimaschädlichen Gasen. Hier ist
die Zerstörung nicht mehr aufzuhalten, (...) Der Autoverkehr
ist einer der Hauptverursacher der Klimaänderung und überhaupt
nicht gewillt oder bereit, sein Verhalten zu ändern. Die Faszination
Auto macht den Menschen blind für die Zukunft." (S.
104)
"Würde man die Fahrbahnen aller Wegenetze für
den Autoverkehr in Österreich als Raster über das Land legen,
die Maschenweite dieses Netzes wäre bereits kleiner als 300 Meter."
(S. 104)
Ingesamt sterben jährlich an die drei Millionen Menschen an den
direkten und indirekten Folgen des Autoverkehrs. Der ökologische
"Fußabdruck", den der Betrieb eines Autos mitsichbringt
muß eigentlich um die Emissionen, die bei dessen Produktion anfallen,
erweitert werden. (vgl. S. 107).
"DIe in der niederösterreichen Bauordnung festgelegten
[Wege]-Querschnitte etwa erfüllen die Bewegungsbedürfnisse
der Fußgänger überhaupt nicht, die der Autofahrer aber
weit über 100%. Menschen reagieren auf die Umwelt ebenso intelligent
wie Tiere. Mit dieser Bauordnung und diesen Richtlinien werden Fußgänger
ausgerottet und Autofahrer erzeugt: Das Auto zerstört menschliche
Formen der Mobilität und ersetzt sie durch unmenschliche."
(S. 113)
Ich mußte schmunzeln, als ich auf der nächsten Seite (114)
über ein bislang unge/beschriebenes Faktum folgendes las:
"Zwar klagen Mütter und Väter über die
eingeschränkte Bewegungsfreiheit Ihres Nachwuchses, wenn es aber
darauf ankommt, ist ihnen die Freiheit, ihr Auto uneingeschränkt
zu nutzen immer noch wichtiger als die sichere Mobilität ihrer
Nachkommen, und sie begründen nicht selten die Autobenützung
damit, die Mobilitätsbedürfnisse ihrer Kinder erfüllen
zu müssen. [!]"
Abschließen möchte ich (vorläufig) mit folgendem Zitat
von S. 115:
Die Reisezeit ist offensichtlich eine Konstante menschlichen
Verhaltens. Allgemeine Geschwindigkeitserhöhung führt also
nicht zur Zeitverkürzung, sondern nur zur Wegverlängerung.
Es ist geradezu eine teuflische Täuschung, Zeitverkürzung
vorzugaukeln, für die die Menschheit die Natur zerstört, fossile
Energieressourcen undwiederbringlich und zum Schaden von Umwelt, Mensch
und Klima vergeudet, ohne zu erreichen, was man eigentlich möchte,
nämlich Zeiteinsparung. Doch damit ist es nicht getan.
Hat sich ein System einmal auf höhere Geschwindigkeiten eingestellt,
ist es auf den ständigen Zustrom von billiger Energie angewiesen.
Die Menschen in diesem System sitzen in der Falle, wenn diese Energie
nicht mehr so billig oder überhaupt nicht mehr zur Verfügung
steht.
(Fortsetzung/Überarbeitung folgt)
Knoflacher, Hermann (2009): Virus Auto. Die Geschichte einer Zerstörung.
Wien (Ueberreuter)
2009-11-25, Aktualisierung: 2009-12-02
Zukunft Bahn
Auf mein Schreiben betr. Aufrechterhaltung der regionalen Schieneninfrastruktur
und der entsprechenden Personen-Regional-Verkehrsdienstleistungen vom
7.Okt.2009 habe ich bis dato insgesamt 10 Antworten/Schreiben erhalten.
Geantwortet haben mir:
- Präsidialamt der Stadt Krems/Donau
- Kabinett der Bundesministerin Doris Bures
- Verkehrsclub Österreich
- Initiative "pro Kamptalbahn", Hr. Paul G. Liebhart und
GR Josef Wiesinger (Gars/Kamp)
- SPÖ NÖ, Hr. Thomas Gundacker i.V. v. Sepp Leitner
- NÖ Landesregierung, Büro LR Heuras
- BMVIT Abt. VI/INFRA8 (Büro Monitoring ÖPNRV)
- ÖBB Personenverkehr AG, Leiter Nah- und Regionalverkehr Hr.
Mag. Klaus Garstenauer
Die letzten beiden Stellungnahmen stammen von Herrn Mag. Garstenauer
(ÖBB PV AG) vom 18.Dez.2009 und vom BMVIT, datiert mit 14.Nov.2009.
Ich möchte habe die Antwortschreiben auf einer eigenen Seite gesammelt:
Zur Seite Zukunft Bahn.
Mehr Informationen auch unter: probahn.at
2009-12-21
Der Plastic Planet, "der
sich noch immer dreht"...
Gestern habe ich im Kino im Kesselhaus (Krems) eine Spezial-OmU-Vorführung
des österreichischen Dokumentarfilms Plastic Planet (Regie: Werner Boote,
2008) gesehen; die rein faktenorientierte Dokumentation, die Boote sicher
z.T. zur eigenen Vergangenheitsbewältigung begonnen hat - sein
(Groß-)Vater? war seit den 1950er Jahren in leitender Funktion
in der Plastik-Industrie tätig - der Film hätte ernüchternd-drastischer
kaum ausfallen können.
Dabei bestürzt insbesondere, mit welcher Hartnäckigkeit von
der Industrie zusätzliche Inhaltsstoffe (meist Weichmacher), wie
Phtalate, am weitesten verbreitet hier Biphenyl A zum Einsatz kommen.
Nun habe ich den (wissenschaftlichen) Beweis, weshalb ich unlängst
bei einer Besprechung zu recht auf das servierte Mineralwasser (aus
kleinen Plastikflaschen) geschmacklich angewidert reagierte. Weshalb
innerhalb Wiens überhaupt Mineralwasser serviert wird - gibt es
doch das ausgezeichnete Hochquellenwasser - ist mir ein Rätsel,
jedoch ein anderes Kapitel.
Kurzum: abgesehen von der Tatsache, daß in Wien die europäische
Zentrale der Plastik-Industrie angesiedelt ist (Fa. Borealis), arbeitet
allein in Europa eine Million (!) Menschen in dieser Branche. Neben
Störungen des Hormon-Haushalts, die nachweislich zu Veränderung
von Physiologie und verminderter Fortpflanzungsfähigkeit, sowie
dem Risiko zu genetischen Schäden führen können, ist
Plastik z.T. Asthma-Verursacher oder kann zu Krebs führen.
Erschütternd ist, daß die Verpackungsindustrie, welche die
Lebensmittelindustrie beliefert, nicht dazu verpflichtet ist,
die Inhalts- bzw. Zusatzstoffe (im Detail) anzugeben. Während des
Autofahrens im speziellen an heißen Tagen können sich z.B.
Weichmacher aus der Innenverschalung der Karrosserie lösen, und
über Haut- und Atemwege aufgenommen werden - Plastikzusätze
sind wahrlich allgegenwärtig, auch als Zusatzstoffe in manchen
Lebensmittel-Konservierungsmitteln. Ein weiterer Punkt, bei dem deutlich
wird: gefährlich ist Plastik aufgrund der in der Herstellung dem
Erdöl beigegebenen Zusatzstoffe, die Materialeigenschaften, etwa
Verformbarkeit und Reißfestigkeit ermöglichen.
Derzeit werden auch schon Plastik-Ersatzmaterialien (Bio-Plastik) entwickelt,
deren Material aus organischen Stärke-Molekülen (Zuckerrohr,
Mais) besteht. Am nachhaltigsten erscheint es jedoch m.E. auf (gebrauchte)
Werkzeuge, Einrichtungsgegenstände, sonstige HIlfsmittel aus bewährten,
nachweislich unschädlichen Materialien wie Holz, Glas, Ton oder
geeigneten (emaillierten) Metallen zurückzugreifen.
Das Müllproblem durch Plastik ist gigantisch: In Ozeanen betrug
Ende des 20. Jhdts. das Verhältnis von Plastik zu Plankton 6:1,
an dem am stärksten belasteten Stellen bis zu 60:1. Plastik braucht
bis zu 500 Jahre um zu verrotten, ob es dann noch Leben auf dem Planeten
gibt, fragt sich der Regisseur Werner Boote zu recht... Zumindest unseren
Kindern und auch nachfolgenden Generationen ist mit einer zumindest
großteiligen Abwendung von Plastik(verbund)stoff gedient: Kleidung,
Küchengeräte, Spielzeug, Möblage,... Ach ja, ich sitze
gerade vor einem Plastik-Teil ... einem Laptop :-(
Website zum Film: Plastic
Planet 2009-11-09
Zukunft Bahn!
Im Laufe des Oktober 2009 habe ich folgende E-Mail an unterschiedliche
Entscheidungsträger im Land NÖ, die ÖBB sowie Fahrgastvertretungen
- mit der Bitte um Stellungnahme - versandt. Hatte ich von Seiten des
Infrastrukturministeriums, der Stadt Krems sowie dem VCÖ binnen
kurzer Zeit Antworten, so lassen Stellungnahmen seitens des Landes NÖ
nachwievor auf sich warten. Der E-Mail-Text im Wortlaut:
S.g. Frau Bundesministerin Bures, s.g. Herr Dr. Nowak, s.g. Hr.
Dipl.-Ing. Knoll, s.g. Herr Mag. Garstenauer, s.g. Hr. Landeshauptmann,
s.g. Hr. Univ.Prof. Zibuschka, s.g. Hr. Landesrat Heuras, s.g. Hr.
Landesrat Sobotka, s.g. Bürgermeister!
Ich darf mich an Sie wenden betreffend die Thematik Ausgestaltung und
Forcierung des öffentlichen Zugverkehrs, speziell in Niederösterreich.
Als im Waldviertel wohnender und in Wien 19 arbeitender Bürger bin ich
in den letzten Jahren "pendelgeprüft". Meine Familie ist insgesamt
gerne mit der Bahn unterwegs (ÖsterreichCARD Familie), ich im
speziellen habe jedoch - derzeit zwar noch nicht direkt (meine Familie
hat einen Umzug in die Nähe von Gars/Kamp geplant) - das Damokles-
schwert der Nebenbahneinstellungen ständig im Hinterkopf (Wachaubahn
und Kamptalbahn).
Zum Glück sind die beiden genannten Strecken keine Schmalspurstrecken,
denn sonst wäre deren Schicksal wohl schon längst beschlossen.
Selbstverständlich wäre es mir möglich, meinen Wohnsitz näher zum
Arbeitsplatz in Wien zu verlegen, um der Problematik auszuweichen.
Dies wiederum wäre einerseits eine Kostenfrage zusätzlich zu
persönlichen Vorlieben, andererseits zeigt dies für mich aber eine
prinzipielle Unausgewogenheit der Maßnahmen in der Verkehrspolitik.
Weshalb für den öffentlichen Schienenverkehr trotz avisiertem
2/3-Budget-Anteil laut österreichischem Generalverkehrsplan tatsächlich
nur etwa die Hälfte an Budgetmitteln einfließt, ist mir unerklärlich!
(vgl. http://www.vcoe.at/start.asp?b=88&ID=3057)
Einerseits wird von St.Pölten über den Bahnhof im Tullnerfeld nach Wien
Hbf. eine Hochleistungsstrecke mit sehr hohen Spitzengeschwindigkeiten
gebaut; andererseits jedoch wird der öffentliche Bahnverkehr 30-50 km
nördlich von St.Pölten schrittweise immer mehr "ausgehungert" (Wachau,
Kamptal).
Was ich hierbei in keiner Weise nachvollziehen kann ist, weshalb der
öffentliche Personentransportauftrag bei einem prozentmäßig kleinen
Anteil an den Transportdienstleistungen der ÖBB unbedingt
wettbewerbsfähig auf einem geöffneten Markt sein muß.
Hingegen schiene mir das Ernstnehmen einer bewußten Querfinanzierung
der Nebenstrecken durch die gewinnbringenden Hauptverbindungen
zielführend, anstatt nur betriebswirtschaftlich zu denken. So wäre ein
Abwarten auf einen Felssturz od. eine Überschwemmung kein
"willkommener" Einstellungsgrund für die eine bzw. die andere
Nebenbahnstrecke mehr.
So habe ich oftmals bereits gelesen und gehört, daß die Stadt Wien
weltweit das am besten ausgebaute öff. Verkehrmittelnetz aufweist.
Jetzt frage ich mich im Umkehrschluß, ob sinkenden Fahrgastzahlen am
Land mit einer tlw. durch die einzelnen Länder vom Bund nicht
eingeforderten Streckensanierungsarbeiten zu tun haben. Außerdem
ist bereits tlw. eine Trendumkehr der Landflucht zu erkennen.
Wie ich der Homepage probahn.at entnehmen konnte, ist dzt. seitens der
ÖBB die Verabschiedung von Schmalspurstrecken in großflächigem Ausmaß
geplant. Die Mariazellerbahn wird wahrscheinlich als einzige
übrigbleiben, wahrscheinlich aus dem Grund der frühzeitig erkannten
Chance der Elektrifizierung.
Dies möchte ich gleich als nächstes Stichwort aufgreifen: in der
Schweiz wurde die Bedeutung eines starken öffentlichen Personenverkehrs
auf der Schiene bereits vor mehreren Jahren erkannt; So werden die
Nebenstrecken als wichtige Zubringer zu den Hauptstrecken angesehen.
Außerdem ist das Bahnnetz der Schweiz im Vergleich zum österreichischen
bereits zu mind. 90% elektrifiziert. Die Initiative "Bahn 2000" (vgl.
Deußner und Seelmann, 2008) sticht hier besonders hervor, ermöglichte
sie doch der Schweiz eine gewisse Vorreiterrolle im Bereich öffentlicher
Verkehr.
Mein persönlcher Appell: Verschiebung der Investitionen weg von der
Straße (wer braucht neue Autobahnen?). Weniger Autos => weniger Lärm
und Abgase. Die Einführung des Gesamtabos für den öff. Verkehr in
Österreich und Festschreibung der Erfordernis von Taktintervallen für
Züge auf den unterschiedlichen Strecken in Form von verbindlichen
Festlegungen (z.B. Bundesgesetzen), wie dies auch im VCÖ-Magazin 3/09
auf S.18 Erwähnung findet, erschiene mir zielführend.
Eine provokante Frage: Wenn jeder erwerbstätige Österreicher jährlich
EUR 70 für den öff. Verkehr zweckgebunden zur Verfügung stellen würde
- die Einnahmen aus der Vignette fließen ja nur in die
Straßeninfrastruktur -, ließen sich mit diesem Betrag entspr.
Streckensanierungsmaßnahmen finanzieren (Beseitigung von
Langsamfahrstellen) und/od. Änderungen der Triebfahrzeuge (Einsatz von
Triebfahrzeugen mit Neigetechnik) durchführen, so daß sich eine
Durchschnittsgeschwindigkeit von zumindest 60-70 km/h erreichen ließe?
(Möglicherweise geht es aber auch z.T. um fehlende Schrankenanlagen?)
Entsprechende Sanierungsmaßnahmen der Eisenbahninfrastruktur würden
m.E. sicherlich zur Attraktivitätssteigerung des öff. Verkehrs führen
und zur Folge haben, daß ein "Zurücksteigen" vom Streß- und
Unfallrisikofaktor Auto auf die Bahn stattfindet.
Nachdem ca. 32% der Wege, die mit dem Auto zurückgelegt werden,
dienstlich sind (Männer: 40%, Frauen 23%), würde dies doch eine
deutlich merkbare Reduktion des Autoverkehrs ergeben. Zum Thema
Autoverkehr spricht Hausberger (2007), im VCÖ-Magazin 3/09 das
ernüchternde Faktum an, daß die Hälfte aller Autofahrten kürzer als
fünf Kilometer ist (vgl. S.12). Das (Elekro-)Fahrrad als (Ergänzungs-)
Verkehrsmittel wird anscheinend noch viel zu wenig wahrgenommen.
Einer meiner Bekannten meinte anläßlich der Bestandsfeier der
Ybbstalbahn bei den gleichzeitigen Protesten gegen die Einstellung,
daß sich Schienenersatzverkehre in Form von Autobussen ohnehin nur
beschränkte Zeit hielten und dann durch ein auf 3-4 (Schüler-)busse
reduziertes Angebot ersetzt würde, da die Pender/-innen dann bevorzugt
den Privat-PKW wählen, aus mehreren Gründen: Komfort- (Platz, WC),
Flexibilitäts- (weniger Verbindungen) und Mobilitätsverlust (keine
Möglichkeit der Fahrradmitnahme in Autobussen). In diesem Zusammenhang
darf ich auf den im Gesetzesentwurf 2005 eines neuen ÖPRNV-Gesetzes
fehlenden Paragraphen §7 hinweisen, wie er im dzt. gültigen
ÖPRNV-Gesetz von 1999 richtigerweise enthalten ist.
Ich ersuche Sie daher eindringlich im Sinne einer umweltgerechteren,
autofrei(er)en, multimodalen Mobilität, vielleicht den ein oder anderen
Gedankenanstoß aufzugreifen und sich - im Sinne einer bürgernahen,
zukunftsorientierten Politik - energisch für eine flächendeckend
gesicherte - d.h. staatlich verankerte - Zukunft des öffentlichen
Bahnverkehrs einzusetzen - nicht zuletzt auch für die Kinder der
heutigen Generation.
Das wünsche ich mir insbesondere für das Bundesland NÖ.
Ich bitte um schriftliche Stellungnahme.
Vielen Dank im Voraus, mit freundlichen Grüßen aus Krems/Stein,
Leonhard Huber
2009-10-27
"Ausgespäht und abgespeichert" - Buchrezension (Forts.
- 1. Teil s.u.)1
Was das Thema der präventiven Überwachung angeht: In den
USA werden in größerem Rahmen sogenannte UAVs und MAVs getestet:
dies sind sog. unnamed bzw. micro-aireal vehicles - Minidrohnen - die
tlw. aus weiterer Entfernung durch die raffinierte technische Nachbildung
mit einem Mauersegler zu verwechseln und bei ihrem Flug faktisch geräuschlos
sind.
Datenspeicher DNA: Als Basespaare kodiert, sollen mittels Gentechnik
künftig Lebewesen zu Datenspeichern werden, und damit Botschaften
über Millionen von Jahren bewahrt werden können. Das wäre
dann eine Form bionisch-digitaler Langzeitarchivierung; klingt dies
zunächst interessant, so erscheint es in weiterer Folge erschreckend.
Durch diese Miniatur-"Bio-Datenträger" ließen sich
Informationen weltweit ubiquitär und permanent speichern. Durch
Kontollsummen, die "Datenfehler" durch genetische Mutationen
aufspüren lassen, wäre dieses Ziel erreicht (vgl. S. 144f.).
Daß soziale online-Netzwerke im Bereich der Personenüberwachung
eine ausgiebige Quelle darstellen, sollte bereits hinlänglich bekannt
sein. Datenspion Gmail: mit seinem freien E-Mail-Dienst "Google
Mail" hat Google Inc. ein online-Werkzeug enormen Ausmaßes
bereitgestellt, daß nicht nur den Benutzern (faktisch unbegrenzter
E-Mail-Speicherplatz) sondern auch Google zum Eigennutzen verhilft.
Ein drastischers Beispiel automatischer Datendurchforstung, bei dem
die privaten Datenbestände dann - ohne bewußtes Wissen oder
Einwilligung - völlig transparent werden - ist die Google Desktop-Suche
(vgl. S. 160f.).
Als einen letzten Themenkreis möchte ich noch die Speicherung
von personenspezifischen physiologischen Merkmalen wie z.B. Iris oder
FIngerabdruck) hervorheben, wie sie von Simon & Simon 2008 beschrieben
wird. In ihrem Buch schreiben sie auf S. 208: "Der größte
Hemmschuh für die Einführung von Biometrie in Geschäften
sind derzeit noch die Kunden, viele empfinden solche Methoden als Zumutung
und den Fingerabdruck schlechthin als Symbol von Kriminalisierung."
[so auch d. Verf. d. der Rezension]. Anmerkung des Rezensenten: Großbritannien
entpuppt sich im Verlauf des Buches als das eigentliche "Vorreiter-Musterland"
eines Unmengen an Datenbeständen/-strömen sammelnden präventiv-operierenden
Überwachungsstaates: Seit 2007 werden an britischen Schulen - wohlgemerkt
ohne die Zustimmung der Eltern - Gesichtsform, Netzhaut und Maße
der Hände erfaßt, ebenso sollen zu diesem Zeitpunt an 3500
Schulen bereits Fingerabdruck-Datenbanken eingerichtet gewesen sein.
Doch Großbritannien hat mit dem Projekt einer landesweiten DNA-Datenbank,
in der bereits 2008 über vier Millionen Datensätze gespeichert
waren, in Kombinationen mit der einer nationalen Identitätskarte
noch größere Bürger-Registrierungspläne: 50 verschiedene
Merkmale, darunter alle zehn Fingerabdrücke, Gesichts- und Irismuster.
(S. 240). Damit realisiert Großbritannien George Orwells Horror-Vision
"1984" ohne allzugroße zeitliche Verspätung. Selbstverständlich
wird auch das Thema gechippter Identitätsausweise im vorliegenden
Buch ausführlich besprochen (ab S. 213ff.)
2009-10-06 Abendveranstaltung
"Die Bildungslüge" - Vortragsmitschrift2
Rahim Taghizadegan (IfW): Die Bildungslüge
Wie "Bildung" zu einem Kult umfunktioniert wurde,
der zu Produktion und Aufrechterhaltung von Illusionen dient, und was
Bildung eigentlich sein könnte
Weltweit fanden im Rahmen des internationalen Tag der Bildungsfreiheit
zeitgleich verschiedene Veranstaltungen statt.
Bildungsfreiheit verweist zum einen auf eine persönliche Verantwortung;
zeitgleich wird diese politisch jedoch in der Form eines Bildungszwanges
umgesetzt. Dabei geschieht die Zuführung zu schulischer Bildung
aufgrund behördlicher Vorgaben mittels Polizeigewalt.
Seit neuestem wurde auch ein Kindergartenzwang eingeführt. Kindern
soll möglichst früh Bildung vermittelt werden. Vermeintlich
sei dies aus sozialer Sicht erforderlich, der Bildungsstand sollte dadurch
angeblich rapide wachsen, die Bildungszentralisierung fand in sehr kurzer
Zeit statt.
Ein utopisches Denken in Richtung einer "Totalen Bildung"
kann nicht Geduld aufweisen und auf das dem Menschen angeborene Entdecken
und Denken aufbauen und vertrauen, stattdessen soll durch Bildung eine
bessere Welt geschaffen werden, die für jedermann von großer
Bedeutung sein sollte.
Bildungsversprechen
1. Versprechen: Lesen und Schreiben als Beifreiungsmöglichkeit
aus der eigenen Unmündigkeit: In Großbritannien z.B. war
die Alphabetisierung kurz vor Einführung des Schulzwangs größer
als heute (funktionale. Analphabetismus)
2. Versprechen: Lebenslange Bildung: Verlängerung der Bildung
nach vorne und nach hinten, alle mußten erreicht werden;
3. Versprechen: Vereinheitlichung der Ausbildung der Lehrer generiere
hohe Bildung, die möglichst umfassend sein sollte.
4. Versprechen: Totale Bildung: Eltern werden als "bildungsferne
Proleten" angesehen, denen man die Kinder möglichst früh
wegnehmen sollte; außerdem sollte möglichst jeder akademisch
gebildet sein. Alle sollen Matura absolvieren zur Erlangung formaler
Reife.
Umgang mit Widerständen
Bildung ist ein ureigener Prozeß der Persönlichkeitsentwicklung,
dessen Basis das Leben als größter Lehrer ist; Konfrontierung
mit "fremden" Wissen steht dem entgegen.
Bildung entsprach ursprünglich einem konkreten Lebensentwurf:
aus der großen Tradition der Gelehrten heraus entstand eine "eigene
Gilde", deren Mitglieder das Projekt einer "scholaria"
verfolgten: In einer Abgeschiedenheit von der Welt (d.h. gesellschaftlichen
Realität) wurden Schulen von Muße wurden geschaffen in denen
ursprünglich asketisches Denken praktiziert wurde.
Diese Institutionen wurden im Lauf der Zeit aber von der Politik gefunden,
und zweckentfremdet aufgegriffen im Sinne von Bildungsmaschinerien:
breite Teile der Bevölkerung sollten nun ("versuchen zu")
leben, als wären sie Insassen eines Klosters.
Gesamtheit der Bevölkerung fand sich in einem unpassenden Lebensentwurf
wieder.
Ansatzpunkte der Bildungskritik
- Im Sinne einer Institutionenkritik sollen die klösterlich
wirkenden Regeln aufgeweicht werden; die Außenwelt soll also
folglich nachgebaut werden.
- Schulen sollen die Erziehung, Sensibilisierung, gesunder, sportlicher,
ökologisch orientierter Menschen übernehmen, also Verantwortung
für all das, für das "draußen kein Platz mehr
ist".
- Je mehr Außenwelt nachgebaut wird, umso unerträglicher
wird das System (Lehrer wird zum Kumpel)
- Raumeingrenzung und die Erfüllung von Lehrplänen stehen
freier Entwicklung und Entfaltung im Wege
(In den USA gibt es an den Schule eine freie Wahlmöglichkeit
von Unterrichtsfächern, das Lernen wird von Tutoren begleitet
)
Die eher rechte Bildungspolitik schiebt vor den Fassaden Wache;
währenddessen im Inneren eine vollkommene Aushölung der Institutionen
durchgeführt wird.
Letztendlich wäre die Folge dieser Entwicklungen eine Hospitalisierung
der Kinder, mit persönlichen Trainern, Coaches, Beratern, Psychologen.
Quintessenz: Durch die Überbetonung von Bildung sollen Posten
für Intellektuelle geschaffen werden [Anm.: Wer macht dann das
"Tagesgeschäft"? - "die anderen"]
Essenz der Bildungslüge
Institutionalisierte Bildung vermittelt eine falsche Vorstellung Freiheit,
in Wirklichkeit wird eine Umwandlung der Gesellschaft in Bildungsklassen
durch Macht und Kontrolle durchgeführt: Kinder sollen heutzutage
einem perfektem Idealmenschen entsprechen.
Individueller Bildungsweg von Jakob Kremsner
Jakob Kremsner (22 J.) ist ohne formale Bildung aufgewachsen. Er studiert
Linguistik in Wien, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen; Seiner Ansicht
nach werden Kinder In der heutigen Gesellschaft geringgeschätzt,
durch Vertreter von Institutionen Entmutigungen ausgesprochen, und die
Jugend insgesamt entmündigt.
Heutige Schule schränkt seinem Gefühl nach die Entfaltungsmöglichkeiten
eher ein; Talente bleiben unentdeckt, die Schule schafft es nicht Ungleichheiten
zu beseitigen, sehr oft verstärkt sie diese.
Jugendliche werden als "hoffnungslose Fälle" abgestempelt;
einer Studie zufolge wurden 78% der Schüler zumindest einmal massiv
beleidigt durch Lehrer, dies hat natürlich Auswirkungen auf Selbstvertrauen,
und kreiert Perspketivenlosigkeit.
Kinder werden oft schon sehr früh mit ihrer angeblichen Minderwertigkeit
konfrontiert (willkürliche Selektion in Hauptschul- und Gymnasiumsabgänger)
Ab der 1. Klasse Volksschule war er im Heimunterricht. Ausschlaggebend
für diese Entscheidung waren Bedenken von Seiten seiner Eltern,
daß ihr Sohn durch den Schulbesuch in seiner persönlichen
Entfaltung gestört würde.
Es sollen Idealbürger einer Gesellschaft herangezogen
werden. die keine ideale Gesellschaft ist.
Er konnte schon ein Jahr vor Schuleintrittsalter lesen (seine Oma war
Volksschullehrerin). Jakob Kremsner besuchte die erste Klasse Hauptschule
in der Schule mit dem Wunsch nach Anschluß, nach dem 2. Jahr aber
beschloß er, gemeinsam mit seiner Schwester zu Hause zu lernen.
2002 absolvierte er als Externist die Matura. Seine Mutter war in den
Lernprozeß insgesamt sehr wenig involviert: So verbrachte Jakob
Kremsner die Monate Okober und November einmal mit zwei Monaten arbeiten
gehen, einen weiteren Monat verreist er. Insgesamt war für ihn
die Zeitnutzung außerhalb eines Stundenplans eine andere. Er studiert
derzeit Linguistik und Sozialantropolgie (seit 2004), und beginnt dzt.
mit seiner Diplomarbeit.
Im Volksschulalter stellte die Tatsache, nicht in die Schule zu gehen,
nie ein Problem dar, er hatte z.B. intensiven Kontakt zu den Nachbarkindern,
insgesamt ergab sich kein Ausgrenzungsgrund. Zwischen 11 und 15 Jahren
fehlte ihm doch etwas die Klassengemeinschaft und ein größerer
Freundeskreis, er beschreibt sich aber eher als einzelgängerischer
Mensch; zwischen 15 und 18 Jahren entwickelten seine Freunde ihren eigenen
Freundeskreis auch außerhalb der Schule.
Utopien sind notwendig, denn die heutige Schule ist nicht
ideal, aber auch draußen in der Gesellschaft ist wenig Platz für
eigene Entfaltungsmöglichkeit (nicht zuletzt auch durch ökonomische
Zwänge, nicht nur aufgrund des Schulsystems)
Die Gesellschaft hat kein Interesse, mündige Bürger
zu gerernieren, sondern funktionierende Arbeitskräfte.
Schüler müssen sich auf immer freieren Arbeitsmarkt vorbereiten;
Lehrer haben und vermitteln ein Bild sicherer Angestelltenverhältnisse,
deren Zahl immer weiter zurückgeht.
Stefan Sedlaczek (IfW): Die Verfolgung von Bildungsalternativen im
deutschsprachigen Raum - Entwicklungen, Möglichkeiten, Motive
engagierte sich bereits mehrere Jahre in Deutschland für die
Verfolgung von Bildunsalternativen.
Ansätze, den Begriff Bildung zu definieren:
- ein freies, beherztes "sich ein Bild machen"
- sich bilden (von innen heraus)
- institutionalisierte Bildung
Wenn Eltern für Ihre Kinder Verantwortung tragen ist
dies Herzenssache
Ein Recht, andere nach seinem Gusto zu bilden, gibt es nicht.
Recht sollte eigentlich Konflikte zwischen Menschen regeln.
Gestaltungsmöglichkeiten der Bildungssituation im deutschsprachigen
Raum
- In Deutschland wird Bildungspflicht als Recht und Gesetz als in
Ordnung angesehen wurde aber erstmals i.d.Form vom NS-Regime eingesetzt.
- In Österreich gibt es das Staatsgrundgesetz von 1861, das von
der Schulpflicht erst dann als relevant spricht, wenn keine andere
Form der Bildung möglich ist.
- In der Schweiz dürfen nur als Lehrer ausgebildete Eltern ihre
Kinder unterrichten (Kanton Zürich)
- Belgien hat zahlreiche Bildungsflüchtlinge aus Deutschland
- "Unschooling" als schulfreies Lernen, Freilernen im Sinne
eines "Lebenswandels" führt zum Gefühl der Souvernänität,
das bewahrt werden muß als etwas ganz persönliches.
Freilernen bedarf des Austausches mit anderen im Sinne von
Auseinandersetzung und Zusammenarbeit Die Motive der Freilerner sind
dabei: Intimität und Kontakt
Es dreht sich um persönliche Kontakte am Lebensort, wobei Freilernen
in Deutschland verboten ist. Dort wäre im speziellen eine Gruppe
aus Wissenschaftern, Juristen, Journalisten usw. notwendig um das Freilernen
zu realisieren:
Durch die Schulanwesenheitspflicht ist der Aufwand ungeheuerlich groß,
einen individuellen Bildungsweg einzuschlagen;
der Paragraph §1666 BGB legitimiert Eingriffe des Jugendamts. Diese
sind ohne nachgewiesenes "Versagen der Eltern" möglich;
bei nicht erfolgendem Schulbesuch wird den Eltern das Sorgerecht entzogen.
Jedoch erfolgt auch in Deutschland eine langsame Veränderung des
Schulwesens in Richtung "Selbstlernzentren".
Insgesamt werden anarchische spielerische Gehversuche das
Terrain heimsuchen. Es geht um eine Rückeroberung der (Selbst-)Verantwortung
als Pendant der Freiheit!
Bildung ist die innere Antwort auf das äußere Erleben und
eine reprivatisierte Verantwortung vermeidet soziale Unstimmigkeiten
- Kinder sind schon im Mutterleib die reinsten Selbstlerner; es bedarf
einer zarten Führung und an Freiräumen zu selbstbestimmtem
Lernen.
Erfahrungsbericht von Tina Partsch/Wien
Über die Lernsituation in ihrer Familie gab es Profil letzte Woche
(KW xx/2009) eine Reportage:
Ausgangspunkt für Ihren Kontakt und Ihr Engagement in Richtung
Heimunterricht war die Tatsache, daß ihr jüngster Sohn ist
am (institutionalisierten) System Schule gescheitert war.
Es gab einen Besuch bei einer Schulpsychologin und einer Kinderpsychologin;
es wurde ihr empfohlen, ihren Sohn in das AKH/Kinderpsychosomatik aufnehmen
zu lassen. Dies lehnte sie aus verständlichen Gründen ab.
Die Kinder sind dann drei Monate in Krankenhaus, wo auch der
Unterr. wieder beginnt. (...) Wenn den Kindern in der Schule gesagt
wird seitens eines Lehrers: "Was tu' ich eigentlich da, Ihr seids
zu deppert".
- Ihr siebenjähriger Sohn sagt: ich geh' nirgends hin, ich bleib'
zu Hause. Nach dem dritten Jahr Homeschooling, "bis ich mal in
die Schule gehe, gehst Du schon am Stock".
- Ihr ältester, 18-jähriger Sohn sagt, in der Schule wäre
es für ihn wahrscheinlich leichter gewesen, aber er meint selbst
daß er durch das Lernen ohne Stundenplan reifer geworden ist.
- Der "mittlere" Sohn von Fr. Partsch ist ein leidenschaftlicher
Schulgänger.
- Sie stellt fest, daß es in den letzten 1-1,5 Jahren immer
mehr Interessenten am Thema außerschulischen Lernen gibt, dies
umfaßt auch Kinder mit besonderen Bedürfnissen.
Fr. Partsch gibt weitere Kurzinformationen:
- Externistenprüfungen: Prüfungssituation 2,5 Std., Arbeitsblätter
werden ausgeteilt (z.B. Mathematik); Referat in Geographie; anschließend
Gespräch mit Eltern. Fr. Partsch hat kein "böses"
Lehrerbild.
- Hinsichtlich Zeiteinteilung bemerkt sie daß insgesamt weniger
Erwerbsarbeit möglich ist, sich dadurch aber mehr Familienleben
ergibt. Zusätzlich wird auch die Selbständigkeit aller Beteiligten
gefordert.
- Betreffend einer Quelle für inhaltliches Material verweist
sie auf die Schulbuchaktion; sie selbst bezieht aber auch viele Informationen
aus dem Internet und aus "alten" Schulbüchern ihres
1. Sohnes.
2 Veranstaltung im Club für Wertewirtschaft,
1030 Wien, 14.09.09, 19-21 Uhr
2009-09-30
"Ausgespäht und abgespeichert" - Buchrezension1
Durch meinen Schwiegervater fiel mir ein äußerst interessantes,
wenn auch definitiv erschreckend nüchtern geschriebenes Buch von
Thomas und Anne-Catherine Simon zum Thema Datenmißbrauch und Eindringen
in die Privatsphäre in die Hände, welches die aktuelle technische
und politische Situation zum Stand Juni 2008 schildert. Es werden Beispiele
aus aller Welt gebracht, die auf mannigfache Weise darlegen, wie gläsern
denn nun der einzelne Bürger derzeit schon geworden ist.
George Orwells Buch 1984 hat sich insbesondere im angelsächsischen
Raum bereits weitgehend bewahrheitet. So werden Staaten in aller Welt
von rechtsstaatlichen Systemen in ein präventiv-überwachendes
Systeme, und zwar mit einer minutiiösen Systematik. Diese nimmt
- seit Herbst 2001 zusätzlich angetrieben um die Komponente Terrorismusbekämpfung
- immer mehr Freiraum ein, und steht oft im krassen Gegensatz zu - noch?-
gesetzlich verankerten Grundrechten.
Daß Gewalt sich insgesamt von überwachten Plätzen verlagert,
und Methoden der Überwachung die Entwicklung von Gegenmitteln zur
Folge haben, scheint den wenigsten Regierungen und Regimes einzuleuchten.
Zu gerne werden kurzsichtig-oberflächliche Argumente eines angeblich
gesteigerten Sicherheitsgefühls der Bevölkerung als Vorwand
angeführt, um den wahren Zweck der totalen Kontrolle zu vertuschen.
Hunderttausende von Kameras scheinen mir ebenso unberechtigt zu sein,
wie auch Privatsherrifs oder Lynch-Justz, wie etwa das öffentlich
an den Pranger stellen von persönlich unliebsam gewordenen Mitmenschen.
Eine schier unglaubliche Faszination - und diese scheint fast exponentiell
zu wachsen - geht von der totalen Herkunfts-, Gesundheits- und Verhaltenskontolle
aus, deren globale Datenbasis sich v.a. durch Digitalisierung und Vernetzung
von Bürgerdaten ergibt. Vorangetrieben wird das ganze selbstverständlich
nicht nur von Seiten öffentlicher Einrichtungen sondern auch von
der Wirtschaft und nicht zuletzt von Google. Die Suchmaschine Google
ist - entgegen dem anfänglichen Enthusiasmus betr. die Qualität
der Trefferlisten, als Google noch eine "reine" Suchmaschine
- leider immer mehr zu einer viel-zitierten "Datenkrake" geworden,
mit einer Wißbegierde, die bis in höchste private Bereiche
vordringt (Stchwort "elektronische Krankenakte").
Bei dieser Gelegenheit fallen einem auch die zahlreichen Beispiele
von RFID-Chip-Implementierungen en, die Simon und Simon in ihrem Buch
erwähnen. Hielt ich persönlich den englischen Professor Kevin
Warwick noch für einen technologisch-geblendeten "Spinner"
, so wird man doch äußerst nachdenklich wenn man das entsprechende
Kapitel über drahtlos auslesbare Mikrochips liest.
Insgesamt rate ich die Lektüre dieses Buches ziemlich dringend
jedermann und jederfrau an, die als medienkritischer Konsument unterwegs
ist, denn einmal mehr bestätigt sich, daß zumindest eine
gesunde Portion "gesunden" Mißtrauens auf individueller
Ebene nötig ist, um nicht unwissend in die ein oder andere Datenfalle
einer - wie man es nennen könnte - Telespionage zu tappen, und
dann als immer weitreichend vernetzter Datenpunkt über Jahrzehnte
hinweg "präventiv" observiert werden zu können.
(Fortsetzung folgt!)
1 Anne-Catherie Simon & Thomas Simon (2008): Ausgespäht
und abgespeichert. Warum uns die totale Kontrolle droht, und was wir dagegen
tun können. ISBN: 978-3-7766-2572-1 2009-08-28
Tag der Bildungsfreiheit 2009
Ich darf hier auf zwei interessante Abendvorträge hinweisen:
2009-08-19
Energiespartips aus der Praxis
- Licht bei noch/schon vorhandenem Tageslicht möglichst nicht
verwenden; nach Gebrauch Licht sofort abdrehen (so wären eigentlich
keine quecksilberhältigen "umweltfreundlichen" Energiesparlampen
notwendig
- Warmwasser nur dann verwenden, wenn es wirklich notwendig
erscheint
- zu Fuß gehen, Fahrrad fahren; für weitere Strecken mit
dem Zug unterwegs sein (spart Nerven, Geld, fördert Kommunikation
und kann auch meditativ sein)
- Behältnisse für Speisen mitnehmen, das spart Verpackungen
aus Aluminium, Plastik od. Papier
- regionale, am besten lokale Produkte kaufen, "fairtrade"
ist zwar menschlich ein interessanter Ansatz, wenn man aber Flugtransporte
dazurechnet, sieht's doch von ökologischer Seite etwas fragwürdig
aus
2009-08-17
Geokodierte Daten
Die Geokodierung im Web erhält immer größere Ausmaße:
Google Maps wird ergänzt durch Google Satellite Images, bietet
umfassend seit längerem Fotomaterial, neulich sah praktisch jeden
2.-3. Ort auf der Niederösterreichkarte mit Bildmaterial illustiert;
dies kann auch damit zu tun haben, daß digitale Spiegelreflex-Kameras
mit GPS-Funktionaität immer häufiger verwendet werden. Ab
wann ein Status wie bei der Truman Show erreicht ist, scheint mir persönlche
Ansichts-/Geschmackssache zu sein. Der Neugierde privater und öffentlicher
Datenmonopole waren noch nie so wenig Grenzen gesetzt wie heute: teile
(stelle dem global village die Infrastruktur zur Verfügung) und
herrsche... Die Satellitenbilder sind teilweise von einer Genauigkeit,
daß man mittlerweile jedes einzelne Haus samt Art der Dacheindeckung
erkennen kann... Fragt sich nur mehr, wie es um den Wiederholungszyklus
einer solchen global oberservation (im doppelten? Sinne) steht !
2009-08-11
Radfahren
Seit ein paar Tagen hat Klara das Fahrradfahren für sich entdeckt.
Nachdem sie schon lange mit einem Laufrad unterwegs war, hat sie nun
- von einem Moment auf den anderen - ihrer Intuition und nicht irgendwelchen
Anleitungen folgend - "heraußen, wie's geht". Mich persönlich
freut's, denn jetzt können wir zuviert mit Rädern und Anhänger
unterwegs sein.
2009-08-04
Waldviertel-Urlaub
Wir verbrachten die Zeit von 19.-25.7. auf einem Biobauernhof in der
Nähe von Rastenfeld im Waldviertel. Gemeinsam mit einer Freundin
und ihren zwei Kindern teilten wir uns eine Ferienwohnung. Die Zeit
am Bauernhof war für Klara und Benjamin eine interessante Erfahrung,
denn sie hatten Umgang mit vielen unterschiedlichen Tieren, Klara fütterte
insbes. gerne die Ziegen und streichelte die Hasen. Benjamin schloß
Freundschaft mit der Hofhündin "Missi". Eine Wanderung
zum Ottensteiner Stausee war für mich das "highlight"
der Woche, das Wasser sehr erfrischend.


2009-08-04
Photographie ...
Nach längeren Recherchen und Überlegungen habe ich mich
dazu entschlossen, eine digitale Spiegelreflexkamera zu kaufen, und
bin dabei - nachdem ich mit meiner alten Coolpix 5000 mehrere Jahre
recht zufrieden war - auf die aktuellen DSLR-Modelle der Fa. Nikon gestoßen.
Die Nikon D90 begeistert mich hinsichtlich Handhabung, da sowohl die
Bedienelemente wie auch die Menüführung am Display, das mit
920.000 Bildpunkten eine feine Auflösung besitzt, selbsterklärend
sind.
Hier habe ich eine (zunächst recht kleine) Auswahl von Fotos der
vergangenen Tage plaziert:
2009-07-15
Qualitätsprinzipien für kulturelle Websites
- Transparent:
klar identifizierbar, konkreten Zweck, einfache Überprüfung
Benutzeranforderungen/Angebot von Information
- Effective:
ausgewählter, relevanter, fachlich-korrekter Inhalt samt begeleitenden
Kommentaren in übersichtlicher Aufbereitung
- Maintained:
Website wird regelmäßgewartet, Inhalte regelmäßig
auf Aktualität geprüft; technische Wartung
Have you considered a new user interface or new home page
in the last six months? Would that encourage its use?
- Accessible:
Is the website navigable and content retrievable/understandable by
users with special requirements?
Berücksichtigung der Aufbereitung für assistive Technologien;
Nur der Text auf einer Website allein sollte inhaltlich grundlegende
Aussagekraft haben.
- User-centered:
"A quality Website must be user-centered, taking
into account the needs of users, ensuring relevance and ease of
use trough responding to evaluation and feedback.
Durchführung von usability-Tests mit einzelnen Benutzern, um
die konkrete Systemverwendung analysieren zu können.
- Responsive:
Die Website soll Kontakt-/Kommunikationsmöglichkeiten mit den
Betreibern/Inhaltslieferanten ermöglichen, ggf. inhaltliche Mitarbeit
('contribution' bzw. 'production') ermöglichen. Auf moderierte
Foren wird i.d. Zusammenhang verwiesen.
- Multi-lingual:
Navigationswerkzeuge und Inhalte mehrsprachig verfügbar.
The site structure and content should not vary with language
- site design and user interface language should be logically separate
- Interoperable:
Die Berücksichtigung und Verwendung von standardisierten Metadaten-Sätzen
und Website-Technologien ermöglicht übergeordnete Funktionalitäten
wie etwa verteilte Suche.
- Managed:
Berücksichtigung von Urheberrechten/Bestimmungen zur Inhalts(weiter)verwendung
sowie Sicherstellung und Bereitstellung von Informationen über
Datenschutzmaßnahmen.
- Preserved:
Sicherstellung der Langzeitverfügbarkeit (Datenmodelle, Dateiformate,
Darstellungstechnologien, Medien)
Minerva Working Group (Hg.)(2008): Handbuch "Quality Principles
for Cultural Websites"
2009-04-23
Schräg, mitreißend, ...
Gestern Abend hatten wir das Glück einer nicht alltäglichen
Musikergruppe zu begegnen. "Federspiel" traten im Salzstadl
auf, und ihr Name war zugleich Programm: Leicht, aber auch berührend
wie eine Feder regten die Musiker oft zum Schmunzeln an. Die spürbare
Spontanität der Musik begeistert mich noch jetzt, und auch nach
dem Konzertbesuch hatte ich seit langem wieder eine Idee davon, was
Musik in/mit einem bewirken kann und welch große Bereicherung
sie für unser Leben ist.
2009-04-21
Windelfeiheit und Kommunikation
Karoline "Lini" Lindmayer, eine Freundin von uns, hat vor
kurzem ihr erstes Buch veröffentlicht. Es trägt den Titel
"Windelfrei? So geht's! Natürliche Säuglingspflege. Gestalten
der Eltern-Kind-Beziehung durch Kommunikation und Körperkontakt."
und beschäftigt sich mit einer "neuen" Art der respektvollen
Eltern-Kindkommunikation.
Wie sie schreibt, sind Babys im Stande, wenn ihnen die notwendigen Rahmenbedingungen
gegeben/ gelassen werden, ihre Ausscheidungsbedürfnisse zu signalisieren
und selbst zu steuern. Die Sensibilität für Körpersprache
in Verbindung mit dem Annehmen ihrer persönlichen Einzigartigkeit
und einer Kommunikation in einem Klima von Sicherheit und Offenheit
ermöglichen es dem Baby bzw. Kleinkind, ein gesundes Körpergefühl
zu entwickeln und zu bewahren, wenn eine Windel nur in 'schwierigen'
Situationen z.B. außer Haus oder bei Krankheit verwendet wird.
Meine Frau Christine und ich lassen unsere Kinder ebenfalls windelfrei
aufwachsen; beim ersten 'Abhalten' landete das 'Pipi' unseres Sohns
im Topf.
Mehr Informationen auf windelfrei.at
2009-03-18, upd. 2009-04-16
Kollegin/Kollege gesucht!
Derzeit wird an der ZAMG im "Bereich IT" in der Applikationsentwicklergruppe
eine Arbeitskollegin/Arbeitskollege für den Bereich Webentwicklung
gesucht, für den neben meinem Chef Josef Charvat auch ich zuständig
bin. Interessierte Leserinnen und Leser dieser Seite darf ich auf die
Seite "Stellenangebote"
der ZAMG-Homepage hinweisen.
2009-01-30 Schellacks
Gestern bin ich durch Zufall bei einem Trödlerladen in der Nußdorfer
Straße auf ein riesig großes Angebot an Schellacks gestoßen.
Leider hatte ich nur kurz Zeit; werde in den nächsten Wochen sicher
wieder vorbeischauen.
2009-01-30 Malort
Wien
Seit ca. zwei Wochen gehe ich mit meiner Tochter Klara in den Malort
in Wien 9. Im Untergeschoß (Werkstatt) einer Kindergruppe herrscht
für etwa eine Stunde folgendes 'setting': In die Mitte des Raums
wird eine Holzpalette mit (recht hochwertigen, ausgewählten) Farben,
Wasserschälchen und zwei Pinseln verschiedener Stärke plaziert.
An den Wänden dieses Raums sind großflächige, leinenbespannte
Pinwand-Tafeln (ohne Zwischenräume) angeracht, auf denen wiederum
Zeichenblätter mit Reißnägeln affichiert werden. Jede(r)
Malende verfolgt nun, wenn er das sogenannte Malspiel (Arno
Stern, Paris) begonnen hat, völlig intuitiv und unwillkürlich
seine 'natürliche Spur', wie es derzeit meine Tochter Klara und
ich erleben.
2009-01-20 Immer
wieder ... Kinderlieder
Gestern Abend haben wir zu viert sicher eine Stunde gemeinsam musiziert.
Das war wirklich ein bereicherndes Erlebnis für mich, zu sehen
und zu hören, das auch 'tradtionelle' Kinderlieder nicht fad 'heruntergeleiert'
werden können, sondern durchaus durch den musikalischen 'Vortrag'
im Klang an Charme und Witz sehr viel gewinnen können. Auch das
Abweichen in Rhythmen und Intervallen belebt... ;-)
2009-01-14 Interaktive
Web-Anwendungen
Derzeit (Dez. 2008/Jan. 2009) entwickle ich gemeinsam mit dem Kollegen
Markus Ungersböck von der Regionalstelle in Salzburg TAWES-Monitor,
eine webbasierte Abfragemaske nach Wetterdaten von geographisch gruppierten
(teil)automatischen
Wetterstationen der ZAMG. Die Web-Applikation ist PHP-basierend,
Datenbankabfragen werden an die hausintern verwendete Sybase-Datenbank
gesendet; in speziellen erarbeite ich gerade eine JavaScript-XML-HTTP-request
basierte Oberfläche, die die interaktive Zusammenstellung von Stationsübersichten
ermöglichen soll (Konfigurationsinterface). Das Jahr 2009 bringt
mir eine intensive Beschäftigung mit interaktiven Web-Technologien:
So stehen (update-)Schulungen und Implementierungen in Java, XML und
AJAX auf dem Progeramm. Es bleibt auf jeden Fall inhaltlich spannend.
2009-01-14 (update) Unterwegs
mit dem Zug - neuer Fahrplan
Der neue Fahrplan der ÖBB bringt eine Neuerungen, die zwar längere
Fahrtzeiten (im 5-10 Min.-Bereich pro Richtung) zur Folge haben, in
anderen Bereichen jedoch neue Anschlüsse bieten:
So ist es nun erstmals möglich, mit einem durchgängigen Zug
drei mal täglich (Mo-Fr. bzw. Sa) von Krems/Donau nach Wien Meidling
bzw. Payerbach-Reichenau via Wiener Neustadt zu reisen, wie auch umgekehrt.
Dies bringt mit sich, daß die Benützung der U-Bahn-Linien
innerhalb Wiens als Verbindung zwischen der Franz-Josefs-Bahn und der
Südbahn keinen Geschwindigkeits-/Zeit"vorteil" bringt,
und zu diesem Zweck auch nicht mehr notwendig ist. So gibt es z.B. neu
einen Zug, der in kaum mehr als zwei Stunden von Krems/Donau nach Wr.
Neustadt geführt wird. Ein echter Fortschritt. [Weshalb es diese
Verbindungen nicht auch an Wochenenden gibt, ist mir unverständlich.]
Ebenfalls fortschrittlich erscheint mir die Einführung eines neuen
Taktfahrplanes, der den Umstieg von Regionalexpreß-(REX)-Zug in
Anschluß-REX-Zug. Bsp. 6-Min-Umsteigezeit von REX in Krems zu
REX nach St. Pölten.
Weniger innovativ scheint mir die für den Zeitraum der Sperre
der Tullner Donaubrücke (von März bis September 2009) angesetzte
Busverbindung von Bhf. Tulln nach Absdorf-Hippersdorf, da für diese
zweiunddreißig Minuten veranschlagt wurden; ich werde vermutlich
mit dem Zug von Floridsdorf über Stockerau nach Absdorf-Hippersdorf
unterwegs sein: Das Lesen, Denken, Schreiben ist ruhiger und ungestörter
im Zug, als in einem Bus.
Ebenfalls neu ist die Umsteigeerfordernis in Absdorf-Hippersdorf bei
meiner nachmittäglichen Rückfahrt nach Hause; was mich gestern
(15.12.) etwas verwunderte, war die auf den ersten Blick mehr als ungleichgewichtige
Zugausstattung im Hinblick auf die Anzahl der Reisenden: Zug 1 nach
Gmünd hatte vier normale Regionalzugwaggons; Zug 2 nach Krems hingegen
wurde mit mind. 5 Doppelstockgarnituren von Stockerau nach Absdorf geführt
und war dementsprechend leer - auch nachdem wir etwa 30 (40?) Fahrgäste
zugestiegen waren. Am Mittwoch d.W. wurde selbst das - wegen der weniger
komforablen Sitzplätze eher gemiedene - Fahrradabteil gerne in
Anspruch genommen.
2009-01-14 (update) Preisspirale
Vorgestern hatte ich ein Gespräch mit unserer Vermieterin, in
dem wir uns u.a. über die Preisexplosion bei Lebensmittel unterhielten.
Sie merkte dabei v.a. an, daß vor zwanzig, dreißig Jahren
ein Bund Schnittlauch etwa fünfzig Groschen gekostet habe, heute
läge der Preis bei etwa 1 Euro. Dies würde in etwa 1.300 Groschen
entsprechen, was selbst bei einer - beispielhaft angenommenen Entwertung
auf 30% - einer mehr als Verachtfachung im Vergleich zum damaligen Preis
entsprechen würde. Am günstigsten ist freilich der selbst
durchgeführte Anbau von Gemüse und Obst; allerdings muß
hierfür der notwendige Grund zur Verfügung stehen, der in
vielen - wie auch in unserem Fall - erst käuflich erworben werden
muß!
2008-12-05 Kinderlieder
"13x3 und Du bist dabei"
Die Kinderlieder von Ruth Schneidewind - veröffentlicht als Audio-CD
und Noten - sind meiner Meinung nach musikalisch gelungen. Die Sänger
Carola Haselgruber und Andy Baum bringen die rhytmisch und inhaltlich
anspruchsvollen Lieder begleitend mit großteils akustischen Instrumenten
in einer sehr ansprechenden Interpretation. Mein persönliches Lieblingslied
- "Papa, ich will das, Mama ich will das" - spiegelt die Situation
wieder, in der sich Kinder und Erwachsene immer wieder finden/erkennen.
Die Lieder "Der große HU" und "Manchmal" 'gehen
unter die Haut' und animieren zum Tanzen.
2008-12-05 Marzipankatze
trifft Schokoladetorte
Am 29.11.2008 feierte unsere Tochter Klara ihren 3. Geburtstag. Eine
liebe Freundin, Theresa Hofer, hat eine Schokoldetorte gekrönt
von einer Marzipankatze gebacken. Die Marzipankatze hatte jedoch kein
'langes Leben', wie die untenstehenden Fotos verraten. Und: Sohn Benjamin
ist mittlerweile schon fast drei Monate.
2008-12-03 Web-Portal
"Kulturpool"
Im Rahmen eines Vortrags an der OCG am 27.11.2008 wurde das derzeit
in Entwicklung befindliche Meta-Suchportal "Kulturpool" vorgestellt.
Dabei wurde der Fa. UMA vom BMUKK ein Auftrag erteilt, eine Sammelstelle
zur Bereitstellung von digitalisiertem Kulturgut für die europäische
digitale Bibliothek "Europeana" zu entwickeln. Bis dato konnte
UMA mit dem Kunsthistorischen Museum, der Albertina sowie der Österreichischen
Mediathek drei nationale Kulturinstitutionen für die Bereitstellung
von Bereichen ihrer digitaler Sammlungen gewinnen; Im Rahmen des Vortrags
wurde von Seiten des Tiroler Landesmuseums Interesse an einer Projektpartnerschaft
gezeigt. Das Portal, welches technologisch auf der modular aufgebauten
Software-Eigenentwicklung "Melvil" basiert, wird - im Laufe
des Projekts - um eine Reihe von benutzer-involvierenden (Web 2.0-)Funktionalitäten
erweitert. Dazu zählen u.a.
- die Möglichkeit des benutzerspezifischen Taggings von Inhalten
- die Erstellung von Projekträumen für Schülerprojekte
- bau thematischer Geschichten,
- ergänzend hierzu eine Wiki-Funktionalität
- 'Empfehlungen der Redaktion' für neue Benutzer
- Tagging für Fachexperten, Markierung von Objekten im Rahmen
von Recherche-Arbeiten
Die Datenanlieferung für das Kulturpool-Portal, das seinerseits
angelieferte Inhalte der Euopeana künftig als nationaler Datenlieferant
bereitstellen wird, kann in drei verschiedenen Ausprägungen erfolgen:
- Austausch über das OAI-MPH-Protokoll (Bsp. Mediathek)
- einen Melvil-'thin'-Zugang (Bsp. Albertina)
- eine dedizierte Melvil-Appiance (Bsp. KHM)
Die weitere Abwicklung des Projekts hat vor allem das Ziel, den im
System vorliegenden Inhaltern mit weitere Semantik zu versehen und untereinander
zu vernetzen. Der Aufbau eines Netzwerks aus Begriffen/Konzepten im
Sinne des Semantic Web auf Basis einschlägiger Fachthesauri wird
hierbei angestrebt; somit ist geplant, daß die Suche in digitalen
Betänden neben dem Volltextindex auch in Datenfeldern und Konzepten
erfolgen kann.
2008-12-03 MUSEUM
AKTUELL-Spezialausgabe zum Thema "Museum und Computer"
Die Ende Oktober erschienene Spezialausgabe
der monatlichen Fachzeitschrift bietet mit insgesamt neun Artikeln sowie
einem Kommentar zum Thema einen aktuellen Überblick über Einsatzpotentiale
aber auch Hindernisse, die der Einsatz von Computertechnologie in Museen
mitsichbringt.
Insbesondere die Artikel "First Rumos: Ausdrücklich anders
sowie "Museumsdokumentation und Katalogproduktion: Ausstellungsbetrieb
und Museumsdaten in einer Hypersoftware" geben einen aktuellen
- wenn auch gerafften - Überblick über aktuelle Entwicklungen
im Bereich der Software zum Museumsmanagement.
Die Beiträge "Neue Mensch-Museums-Schnittstellen" und
"Neues von der Computerkunst, von virtuellen Museum und von echten
und virtuellen RFIDs" behandeln den Bereich der Informationsvermittlung
an Besucher. Thomas Donga-Durach sieht die Positionierung / Rolle von
Informationstechnologie in Ausstellungen wie folgt (Museum Aktuell 09/08,
S. 31):
Komplizierte Technik soll möglichst unsichtbar hinter
den Inhalten zurücktreten, und dazu dienen die Dinge zu vereinfachen
statt sie mit Features zu überfrachten, die letzlich nur die Technik
in den Mittelpunkt rückt. Ziel ist, daß Menschen ohne Computer-Erfahrung
- und das sind immer noch viele - die erwünschen Informationen
mit Hilfe der entwickelten Präsentationsmedien intuitiv und interaktiv
abrufen könen und diesen Vorgang dabei auch noch als ästhetischen
Genuß erleben.
Mein Artikel "Herausforderungen und Chancen für Museen im
Web 2.0 (Teil 1)" wurde ebenfalls in dieser Ausgabe der Zeitschrift
"Museum Aktuell" veröffentlicht. Hier ein kurzes Exzerpt:
Zur Zeit gibt es noch relativ wenig museumsspezifische community
sites und blogs - was sich daraus erklären läßt, das
Museen sich als autoritative Quellen von Informationen sehen, und sich
über ihre Rolle auf community sites - und im Web 2.0 generell -
öfters unklar sind. Um ein wenig Kontextinformation zu dieser Neuausrichtung
auf das aktive online-Publikum zu liefern, soll nun im folgenden Abschnitt
die Präsenz von Museen auf Web 2.0-Sites und -Plattformen untersucht
werden: (...) Eine Suche nach dem Begriff "museum" sowie einzelnen
Museen in Blogs, Wikis und Portalen ergibt zahlreiche Treffer: (...)
In einem geplanten zweiten Teil dieses Artikels soll die Planung und
Umsetzung von museumseigenen Web 2.0-Angeboten an konkreten Bespielen
dargestellt werden. U.a. werden hier die Bereiche community sites, digitales
Geschichtenerzählen, Benutzerbeschlagwortung (tagging, folksonomy)
sowie kollaboratives wissenschaftliches Arbeiten behandelt werden. Da
jeweils unterschiedliche Typen von Benutzern angesprochen werden, muß
eine umfassende Anforderungsanalyse für die Konzeption von online-Angeboten
mit Web 2.0-Werkzeuge erfolgen. Die von Minerva-Arbeitsgruppe ausgearbeiteten
Qualitätskriterien für Websites bieten sich sowohl für
Anforderungserhebung als auch die zuvor angesprochene Analyse bestehender
von Museen betriebener Web 2.0-Sites an. (Museum Aktuell 09/08, S. 29)
2008-11-20 "A
page in Web2 is more a shared space while in Web1 it is often a single-user
writing medium"
Web 2.01 captures a combination of innovations
on the Web in recent years (...), such as technological (...), structural
(...); and sociological (notions of friends and groups).
The democratic nature of Web 2.0 is exemplified by creations
of large number of niche groups (collections of niche groups) who can
exchange content of any kind (text, audio, video) and tag, comment,
and link to both intra-group and extra-group "pages". A popular
innovation of Web 2.0 is "mash-ups", which combine or render
content in novel forms.
Bedeutende Charakteristika einer Web 2.0-Site:
- Benutzer werden im System als "Elemente ersten Ranges"
behandelt
- Abbildung und Schaffung von Verbindungen zwischen Usern durch entsprechende
Verlinkungen
- Variantenreichtum bei der Erfassung von Inhalten (Text, Audio/Video-Inhalte
("podcasts"), 'tagging', ...
- öffentlich verfügbare Programmierschnittstellen (APIs)
zur Erstellung von Software-Erweiterungen und zur (a)synchronen Kommunikation
unter den Nutzern.
Die technologische Basis solcher dynamischen Webapplikationen wird
durch die Kombination von JavaScript-HTTP-Aufrufen mit serverseitigen
XML- oder Plaintext-Antworten erreicht (XML-http-request).
Die Analyse einer Web 2.0-Site durch 'crawler' stellt sich als schwieriges
Unterfangen dar, nachdem viele Inhalte erst durch benutzergesteuerte
JavaScript-Aufrufe heruntergeladen und dargestellt werden und obendrein
meistens ein login erforderlich ist, um zum Großteil der Inhalte
zu gelangen, genügt nicht ein bloßes Verfolgen der <a
href="" />-Attribute. Denn bei klassischen (" 1.0
") Websites können alle links mit gleicher Priorität
analysiert werden, während bei Web 2.0-Angeboten ei detaillierter
Blick auf die unterschiedlichen Verlinkungs- und Seitentypen notwendig
ist (navigation links, friends links; user pages, content pages).
1Wikis bleiben in der vorliegenden Analysestruktur
weitgehend unberücksichtigt, da der vorliegende Artikel sich explizit
auf soziale Netzwerke bezieht.
Cormode, Graham & Krishnamurthy, Balachander (2008):
Key
differences between Web 1.0 and Web 2.0. In: First Monday,
Vol. 13, Nr. 6, 2008-06-02
2008-07-01 Kulturinformatik-Portale
Das vom Bibliotheksservicezentrum Baden-Württenberg
entwickelte BAM-Portal
versteht sich als Meta-Suchmaschine über Datenbanken/-bestände
aus Bibliotheken, Archiven und Museen im deutschsprachigen Raum.
Technologisch basiert es auf der XML-Datenbank/Suchmaschine Lucene
(Projekt der Apache Software Foundation); das Mapping von angelieferten
Daten erfolgt über XSL-Stylesheets. Derzeit stehen überwiegend
Quellen aus Deutschland zur Verfügung, es ist jedoch angedacht,
das Angebot um digitale Katalogdaten aus Österreich und der Schweiz
zu erweitern.
Die Indizierung der Katalogdaten erfolgt zum einen auf Volltextbasis,
zum anderen werden bei der Dateneinspeisung bereits (je nach Typ des
digitalen Katalogs) Zuordnungen von Datenbanksfeldern auf die vorgegebenen
(generischen) XML-Schemata mittels XSL style sheets durchgeführt.
Von der Detailliertheit am größten können die bibliothekarischen
Katalogdaten in XML-kodierte Dokumente übergeführt werden,
die anschließend von der Suchmaschine Lucene verarbeitet werden.
Die Anlieferung der Daten erfolgt durch die/den jeweiligen Datenbanksverantwortliche/n
selbst über einen webbasierten menügesteuerten upload-Assistenten.
Das Dateneinspeisungsinterface wird sich künftig an Prinzipien
der Open Archives Initiative orientieren.
Die Gewichtung der einzelnen Begriffe und Felder erfolgt zum einen
bei der Indizierung, (Vorgabewerte für die Suche) kann aber zum
Zeitpunkt der Suche dynamisch modifiziert werden (relevance feedback).
Im Rahmen des OCG-Vortrags wurde auch die interessante Perspektive
der Einbindung einer durch die Benutzer gesteuerten Annotation von Datensätzen
angesprochen bzw. auch die Erstellung von Diskussions-threads. Vorallem
letztere Benutzereingaben müßten in jedem Fall moderiert
werden, um Mißbrauch zu vermeiden und die Übersichtlichkeit nicht
zu verwässern.
Der zuvor genannte Punkt - Benutzerinteraktion durch Web "2.0"-Technologien,
wie z.B. "tagging" - wird auch in einem Artikel "Tagging
and the Semantic Web in Cultural Heritage" in ERCIM News (Nr.
72/Jan. 2008) vorgestellt.
Grundsätzlich wird m.E. der Erfolg semantischer Web 2.0-Services
davon abhängen, ob und wie, die Vorteile von Experten-Thesaurus
und kollaborativer Benutzereingabe (taxonomy und folksonomy) kombiniert
werden.
Folgender Versuch wurde in einem Projekt der Eindhoven University
of Technology gestartet: Eine web-basiertes Dokumentationssystem zur
regionalen Stadtgeschichte steht den Benutzern unter dem Namen "Chi"
zur Verfügung.
Die Metadaten zu einzelnen digitalen Sammlungen werden passenden Instanzen
einer Experten-Ontologie zugeordnet, die die Dimensionen, Ort, Zeit
und Thema abdeckt. Jedoch weisen die Bestände eine teilweise lückenhafte
Dokumentation auf, wo nun die Benutzer um Hilfe gebeten werden.
Die Benutzer recherchieren Dokumente zu regionaler und städtischer
Geschichte über eine von Fachwissenschaftern editierte Klassifikation
nach Thema, Zeit und Ort; beim konkreten Dokument werden ihnen bei der
Freitext-Beschlagwortung (tagging) Deskriptoren und Zugangsworte aus
dem Thesaurus vorgeschlagen, bei denen ihre Zustimmung abgefragt wird:
Through the use of simple tagging techniques, users could
collarboratively help to provide metadata for previously uncharted collections
of multimedia documents. By applying semantic and linguistic techniques,
these user tags can be enriched with well-structured ontological information
provided by professionals. (S.22)
2008-06-05 RDFa und
Folksonomies als Realisierungwerkzeuge des Semantic Web 2.0
In einem Artikel in ERCIM News stieß ich auf RDFa. Aus meiner
Sicht wurde damit endlich die Brücke geschaffen zwischen wissenschaftlicher
Terminologie-Arbeit und elektronischer Dokumentation, denn: durch RDFa
wird es erstmals möglich, ein fachwissenschaftliches Angebot für
das semantische Web im Freitext abzufassen, was ich persönlich
für einen sehr großen Fortschritt halte.
Obwohl ein Web-Export eines semantischen Netzes auf RDF/OWL-Basis bereits
sehr mächtige Überblicks- und Navigationstunktionalitäten
im jeweiligen Wissensfundus bietet, macht die Einbettung von RDF-Inhalten
in ansonsten "normal" gehaltenene XHTML-Dokumente aus Ihnen Dokumente
des Semantic Web. Denn: weshalb sollten die Web-Benutzer von heute,
die an strukturierteren Recherche-Zugängen als Google heute interessiert
sind, nicht endlich einmal mit gehaltvollem Hypertext belohnt werden.
2008-06-05 'Digitizing
Collections. Strategic Issues for the Information Manager'
Lorna M. Hughes 2004 erschienenes Buch präsentiert Strategien
und praktische Themen aus den Bereichen Sammlungsdigitalisierung und
online-Präsentation. Die Autorin richtet sich an Bibliothekare,
Archivare und Museumsbedienstete. Zu Beginn des Textes führt sie
vier Hauptgründe für eine Sammlungsdigitalisierung
an:
- erweiterte Zugriffsmöglichkeiten,
- Materialerhaltung durch Minimierung Direkzugriff,
- Profilerweiterung d. Institution,
- Förderungsbeschaffung
Im ersten Kapiel stellt Hughes einen Vergleich der Charakteristika
von analoger mit jenen digital(isiert)er Information an:
Charakteristika analoger Information
- physisches Trägermedium
- Sequentialität in Repräsentation
- Verschlechterung beim Kopieren
Charakteristik digitaler Information
- Verknüpfung mit anderer Information
- an keine räumlichen und zeitlichen (sowie hierarchischen)
Rahmenbedingungen gebunden.
- Speicherung und Über-/Vermittlung in verschiedener Form
- Kompression möglich
- Browsen, Suche, Indexierung und Zuordnung vereinfacht
- in globalen Kontext (Web) einbindbar
2008-05-08 'Museumsinformatik
und Digitale Sammlung'
Das 2001 von Harald Krämer geschriebene Grundlagenwerk "Museumsinformatik
und Digitale Sammlung" erweist sich in vielen Details als sehr
gut recherchiertes Grundlagenwerk zu den im Titel genannten Themen.
Der Autor merkt zum Begriff der Museumsinformatik an, daß es
sich um einen interdisziplinären Tätigkeitsbereich handelt.
"[Museumsinformatik ist] zwischen Dokumentationswiessenschaft,
EDV-gestützter Dokumentation, angewandter Museologie, Betriebswirtschaftslehre,
Informatik, Kommunikations- und Multimediawesen und den jeweiligen Wissenschaftsbereichen
einzuordnen (...)" (S. 17)
Krämer umreißt die 'aktuelle Lage' der Dokumentationsaktivitäten
wie folgt. Seiner Meinung nach sei die wissenschaftliche Dokumentation
in Museen oftmals unzureichend, der Objektbegiff bedürfe einer
Ausweitung. Es sei wünschenswert, Forschungsaktivitäten in
Museen und Universitäten zu bündeln, denn die Trennung problembezogener
von objektbezogener Forschung erwies sich als nachhaltig. Der Autor
fordert weiters eine Verankerung der neuen Tätigkeiten eines Museumsinformatikers
in Form einer adäquate Ausbildung - was man als Implementierung
vieler im vorliegenden Buch dargestellter Inhalte sehen kann.
Im Rahmen des Textes wird eine umfassende System- und Strukturanalyse
als vielschichtige Form der Zusammenarbeit von Informatikern mit Kunstwissenschaftern
im Detail präsentiert. Im Laufe des Buches werden einzelne Projektabwicklungen
als Fallbeispiele angeführt. Krämer gibt in schriftlich übersichtlicher
Form Kerndaten, die eine Sammlungsdokumentation bereitstellen sollte,
wieder, die sich aufteilen in sammlungs-, objektbezogene-, herstellerbezogene
Informationen wie auch ablaufspezifische administrative Steuerungsinformationen.
(S. 19)
2008-05-07 'Systematically
distorted information'
ist der Titel einer Spezialausgabe (Nr. 51, Jan/Feb 2004) des kanadischen
Magazins 'Adbusters', die sich mit dem Menschenrecht frei zu kommunizieren
und sich frei zu bewegen beschäftigt. Frei - ohne zensuriert zu
werden oder verfolgt zu werden, reduziert auf die Größe eines
Datenelements - abstrahiert und virtualisiert.
"Information - der Lebenssaft der Demokratie - wird systematisch
kommerzialisiert, trivialisiert, homogenisiert und politisiert."
Und: "Zensur verursacht Gehirnschäden." - Das Projekt
'media carta' wird vorgestellt. Es verfolgt das Ziel, das Recht auf
freie Kommunikation in die universelle Deklaration der Menschenrechte
aufnehmen zu lassen. Menschen sollen ihre authentischen Aussagen, Ansichten
und Meinungen senden dürfen, über ein Kontingent unbezahlter
Sendezeit.
is the title of a special issue (no. 51, Jan/Feb 2004) of the Canadian
magazine 'Adbusters', concerned
with peoples' right to communicate and move freely - without being censored
or having oneself tracked reduced to a mere data point - abstracted
and virtualized. The current situation is mentioned as follows:
"Information - the lifeblood of democracy - is systematically
commercialized, trivialized, homogenized and politicized." And:
"Censorship causes brain damage." - The project 'media carta'
is presented. It is targeted at incorporating the right to freely communicate
into the Universal Declaration of Human Rights. People should be able
to broadcast their authentic voices, views and opinions via a contingent
of unpaid airtime.
Two of my favourite illustrations I would like to quote below:
updated: 2008-05-07
Thinking and writing while 'on the move' by train...
Denken und schreiben - unterwegs mit dem Zug
Vor ein paar Tagen habe ich einen Akkumulator für meinen alten
Laptop erhalten, den ich vor einem Jahrzehnt erhalten habe. Nun ist
es mir also - nach langer Zeit - am Weg zum / vom Arbeitsplatz wieder
möglich zu arbeiten (denken und elektronisch niederzuschreiben
für die spätere Veröffentlichung im WWW). Dies gibt mir
die Chance, die Pendelzeit im Zug von Krems/Donau nach Wien in einer
weiteren produktiven Art zu nutzen. Und meine Website aktuell zu halten.
Gerade jetzt hat mein Display etwas zu flimmern angefangen, aber das
wird mich nicht daran hindern, optimistisch zu bleiben, daß die
sofortige Eingabe meiner Gedanken ...
Ebenfalls gestern entdeckte ich ein Buch wieder mit dem Titel 'Information
Management in Museums'.
Das Museum wird als Speicherort von Wissen hervorgehoben. Hierbei fungiert
die Sammlung als Herz der Wissensbasis. Beginnend bei der Ebene des
sichtbaren Inventars an Wissen (den Objekten), extrahieren Personen
- u.a. Sammlungskuratoren - die den Objekten inheränte Informationen
und generieren daraus mit Hilfe zusätzlicher Quellen Informationsprodukte.
Die beiden Autoren Elizabeth Orna und Charles Pettit sprechen von einem
'requisite store of knowledge'. ...
Zwischen drei Gruppen wird unterschieden, die unterschiedliche Zugänge
zur Nutzung, Generierung und dem Austausch von Wissen aufweisen. Informationseigentümer,
d.h. Institutionen oder Einzelpersonen, die das gesetzliche Recht zur
Verteilung von Informationen besitzen, sind zu unterscheiden von mit
der Administration von Information betrauten Personen und den Informationsnutzern.
Informationsverwalter überblicken die Nutzung von Information und
sind verantwortlisch für die Sicherstellung von Konsistenz und
Aktualität der Informationseinheiten. Informationsnutzer sind aktive
und häufige Nutzer der angebotenen Informationsquellen, um ihr
berufliches Aufgabenspektrum zu erfüllen. Ihr persönliches
Fachwissen können sie durch Informationen über aktuelle Entwickungen
ebenfalls erweitern.
Just a few days ago I recieved a rechargeable battery for my old laptop,
I won about a decade ago. So, finally, I am able to work (think and
write down electronically for later publication on the WWW) while on
my way to/from work. This offers a great opportunity for me to use my
time travelling by train from Krems/Donau
to Vienna in another productive way. And to keep my Website up-to-date.
Right now, my display started flickering a little bit, but this won't
prevent me from being optimistic that entering my thoughts immediately...
It was also yesterday, that a special book called 'Information
Management in Museums' caught my interest again.
The museum is highlighted as 'storehouse of knowledge'. The collection
hereby forms the 'heart' of the knowledge base. Starting at the level
of 'the visible store of knowledge', people responsible for the care
of museum collections elicit the information inherent in the objects
to be able to generate information products, based on complementary
information sources identified. The authors speak of the 'requisite
store of knowledge' as a target compared to the actual (= identified)
knowledge base.
A distiction between three groups involved in using, generating and
exchanging information is presented. Information owners, institutions
or individuals legally posessing the right on its distribution, are
to separate from guardians and stakeholders of information. Responsible
for ensuring the consistency and timeliness of information entities,
guardians oversee the usage of information. Stakeholders of information
are active and frequent users of information sources offered by guardians,
to fullfill their work duties and to stay informed about the latest
developments to be able to enlarge their personal expert knowledge.
2008-03-23 Bericht
Tagungsteilnahme 'online ohne Ausnahme' Am 26.11.2007 wurde
vom BKA in Zusammenarbeit mit dem BMSK eine Tagung mit Workshop-Charakter
zum Thema barrierefreier Zugang zum Internet veranstaltet. In mehreren,
sehr lebendig gestalteteten Vorträgen wurde umfassend über
die Thematik aus der Perspektive von Personen mit besonderen Bedürfnissen
sowie von Mediengestaltern berichtet. Die Tagung zeichnete sich insgesamt
durch einen sehr großen Praxisbezug aus, der in persönlichen
Gesprächen noch vertieft werden konnte, u.a. durch einen Kurztest
der Website der ZAMG.
Das Eingangsstatement von Minister Buchinger hinterließ nach
einem Grobabriß der Thematik auf jeden Fall den Eindruck eines
persönlichen Anliegens. Interessant am Kurzbericht von Staatssekr.
Silhavy war u.a. auch, daß ein entsprechendes Schulungsprogramm
auf Seiten der Verwaltungsakademie des Bundes angeboten wird und die
(Rest-)Termine für 2007 bereits ausgebucht sind.
Herr Shadi Abou-Zahra, Leiter der WAI-Initiative
des W3C, praesentierte in seinem Einführungsvortrag
die wesentlichen Eckpunkte von accessibility und machte deutlich, daß
das Thema Zugänglichkeit keineswegs allein auf Webinhalte, d.h.
HTML-Seiten, sondern auch auf die Betrachtungs- bzw. Zugangssoftware
(UAAG - User Agent Accessibility Guidelines) sowie die Anwendungssoftware
zur Inhaltserstellung, also z.B. Redaktionssysteme (ATAG - Authoring
Tools Accessibility Guidelines) anzuwenden ist.
Hr. Bäck und seine Kolleg/inn/en (Fa. atempo) skizzierten die
Nutzungsgewohnheiten sowie barrierefreie Bildungs-, Kommunikations-
und Unterhaltungsangebote für junge Internet-Nutzer, die Lernschwierigkeiten
haben. Leicht verständlich aufbereitete Teilmodule des ECDL barrierefrei
sowie die Web-Plattform "on-line - Lebenslanges Lernen und berufliche
Bildung" wurden präsentiert.
Frau Eva Papst, Vetreterin
des Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes, eine sehr
erfahrene und kritische Computer- und Internetnutzerin, testete die
Website der ZAMG inkl. eines Formulars und machte auf z.T. noch bestehende,
vor Jahreswechsel 2007/08 zu behebende Mankos aufmerksam und lieferte
gemeinsam mit Rudi Konar - einem ihrer beruflichen Kontakte - Hinweise
auf weitere Verbesserungsmöglichkeiten.
In der Mittagspause ergab sich die Gelegenheit zu einem Gespräch
mit Shadi Abou-Zahra über die barrierearme Präsentation von
Graphiken auf Websites. Von seiner Seite wurde der Vorschlag von Scalable
Vector Graphics als Realisierungsmöglichkeit für skalierbare
image maps eingebracht, dies wäre an sich eine gute Idee für
sehbeeinträchtigte Benutzer - wenn die Darstellung ohne plugins
realisierbar wäre. Textäquivalente zu Graphiken gelten als
sinnvoll, aber diese sollten inhaltlichen Mehrwert bieten und jedenfalls
überall dort zum Einsatz kommen, wo sonst Information verloren
ginge, die nur in graph. Form vorliegt.
Insgesamt wurde seitens der Internet-Benutzer mit besonderen Bedürfnissen
betont, daß die Erwartungshaltung nicht auf einer vollständigen
Übertragung der graph./visuellen Ebene von Websites auf die textliche
liegt, solange der wesentliche Informationsgehalt gegeben ist. Mit Herrn
Rudi Konar - Inhaber bzw. Vertreter der Fa. Schneeball Media - wurde
ein kostengünstiger Kurztest der ZAMG-Homepage in Erwägung
gezogen.
Gerhard Nussbaum, Kompetenznetzwerk Informationstechnologie zur Förderung
der Integration von Menschen mit Behinderungen (KI-I), behandelte in
seinem Vortrag v.a. Elemente von Websites, die eine Barriere für
motorisch bzw. visuell beeinträchtigte Nutzer/innen darstellen.
Hr. Hesse (Beratungsnetzwerk LifeTool) berichtete daran anschließend
über Beratungs- und Schulungsdienstleistungen im Bereich der Erfahrung
mit Computerbenutzung, sowie über assistierende Technologien -
spezielle Hardware-Produkte wie Großfeld-Tastaturen, die Integra
Mouse (tm) und Spezialsoftware wie screen reader. Die Maßnahmen
seines Beratungsnetzwerks, die er in seiner Präsentation mit den
folgenden Stichworten beschreibt, können generell als Gleichstellungs-
und Integrationsmaßnahmen von Personen mit besonderen Bedürfnissen
gesehen werden:
- Beseitigung von Zugangsbarrieren zu Computer und Kommunikation
- ein möglichst hoher Grad an Selbständigkeit und Kontrollkompetenz
- Förderung der sozialen Integration
- Integration in die Arbeitswelt
- Ermöglichung angemessener Bildung, Beschäftigung und Tagesstruktur
In seinem Vortrag 'Sichtbares versus unsichtbares Web' präsentierte
der Multimedia-Designer Jo Spelbrink aus eigener Erfahrung die Nutzungsmöglichkeiten
u. Barrieren der online-Medien aus der Sicht eines gehörlosen Benutzers.
Sein Resümee: Strukturelle Klarheit und nicht die alleinige Ausrichtung
einer Website auf eine beeinträchte Zielgruppe tragen dazu bei,
daß alle Nutzer/innen einen Mehrwert daraus ziehen.
Johannes Reiss vom Österreichischen Jüdischen Museum präsentierte
seinen Erfahrungsbericht vom Neugestaltungsprojekt der Website
und verwies auf die Bedeutung der Sprach- und Textgestaltung als weiteres
wesentliches Merkmal eines inklusiven, transparenten Gesamtinformationspakets
- welches auch in seiner Bildauswahl sich auf inhaltsspezifische Darstellungen
beschränkt und 'graphisches Beiwerk' hintanstellt - wovon sich
der Verfasser dieser Zeilen soeben überzeugen konnte.
Fr. Mag. Jarmer vom Österr. Gehörlosenbund stellte in ihrem Vortrag
u.a. das Webportal "Service Center Österr.GebärdenSprache
barrierefrei" svor, das sich durch das parallele Angebot von Text,
Ton und Gebärdensprachvideos auszeichnet, und i.d. Weise auch nicht-beeinträchtigen
Personen einen Mehrwert durch die Multimodalität bietet.
Michael Krispl, in seiner Jugend erblindet, führte zunächst
die Bedeutung klar durchschaubarer Navigationswerkzeuge an und präsentierte
in seinem Vortrag anschließend Websites mit konkreten Barrieren.
Er wählte hierzu Beispiele die das Spektrum von gelungen, nicht
bzw. unzureichend getestet sowie irreführend konzipiert umfaßten.
Dies kann besonders ärgerlich sein, wie dem Publikum konkret gezeigt
wurde. Die Homepages weisen Barrieren auf, die z.T. nur über 'trial
and error' zu überwinden waren. Formular-Feldbezeichnungen als
Bilder(!) wie sie im RIS vorkommen, wurden als schlechte Beispiele zitiert
ebenso wie eine die Nutzung eines screen readers verunmöglichende,
automatisch abspielende Hintergrundmusik.
Wolfram Huber zeigte in seinem Vortrag am Beispiel historischer screenshots
der Website des Sozialministeriums mit Begleitinformationen die Entwicklung
einer Behörden-Homepage in Richtung Zugänglichkeit (im konkreten
Fall WAI-Konformität). U.a. wurden von ihm als Rahmenbedingungen
zur Umsetzung der WAI-Richtlinien folgende Maßnahmen genannt:
- Trennung von Inhalt und Layout (CSS Layout vs. Table Layout)
- valider Code
- Relative statt absolute Einheiten
- Tastatursteuerung
- Kontraste
- Sprungmarken
Auch er betonte, ebenso wie sein Vorredner Krispl, die gegenseitige
Ergänzung von usability-Grundsätzen und accessibility-Maßnahmen
in Konzeption und Umsetzung benutzbarer Software-Lösungen.
'A pivotal role
in the household' - ein kurzer Dokumentations- bzw. autobiographischer
Film, der im Rahmen der Veranstaltung gezeigt wurde, verdeutlichte auf
eindrucksvolle Weise die Möglichkeiten, die assistive Technologien
durch Behinderungen beeinträchtigten Menschen geben, daß
diese gesellschaftlich - beruflich wie privat - integriert und aktiv
sein können am Beispiel einer vollständig gelähmten,
stummen Frau. Mittels Augenbewegungen und einem entsprechenden Hardware-Sensor
in Verbindung mit einer speziellen Bildschirmtastatur und verknüpfter
Sprachausgabe kann diese Frau über den Computer mit Internet-Zugang
beispielsweise schreiben, einkaufen, Besuchstermine mit Freunden vereinbaren,
ihren Mann bei seiner wissenschaftlichen Tätigkeit unterstützen,
was ihr sonst versagt bliebe.
2007-12-16 "Die
heimliche Medienrevolution" In seinem Buch "Die
heimliche Medienrevolution. Wie Weblogs, Wikis und freie Software die
Welt verändern" beschreibt Erik
Möller (2004) das gesellschaftsverändernde Potential durch
das Zusammenwirken freier Software, individueller Berichterstattung
durch Privatpersonen, sowie jenes kollaborativer Schreibprojekte. Dieses
ergibt einen hohen Vernetzungsgrad - quer durch alle Bevölkerungsschichten,
weltweit. Aus diesen dynamischen Interaktionen in Form von online-Zusammenarbeit
u. hypertextueller Referenzierung entstehen neben semantischen auch
soziale Netzwerke.
Am Beginn seines Buches gibt Möller einen auszugsweisen Abriß
der Mediengeschichte, bevor er in weiterer Folge die Bausteine vorstellt,
welche die Entwicklung des dezentralen Informations- u. Kommunikationsnetzes
ARPAnet u. späteren Internet ermoeglicht haben. Seine Schilderung
von Xanadu erinnert den Leser daran, wieviel visionäre Denker schon
vor Jahrzehnten in funktionsfähige Arbeitsumgebungen umsetzen konnten.
Der Autor gibt weiters einen demographischen Überblick über Mediehnutzungsverhalten.
Der Thematik freier Software
widmet Möller breiten Raum: Zunächst informiert d. A. über
die wechselvolle Historie des Betriebssystems Unix bzw. seiner Derivate.
In diesem Zusammenhang wird der gesellschaftspolitisch relevante Problemkreis
von Software-Patenten diskutiert. Interessant, wenngleich beunruhigend,
ist die Entdeckung, daß sich Politiker der EU durch die kommerzielle
Software-Industrie unter Druck setzen lassen und in erwähnten Fällen
Negativ-Propaganda mit-lancieren. Freier Software soll - so wünschen
es sich z.T. die SW-Konzerne - durch entsprechend ungünstige "Schutz"-Regelungen
der Nährboden entzogen werden. - Einer der schmerzlichsten Aspekte
in diesem Zusammenhang sind Versuche, die freie Verfügbarkeit von
(Dokumentationen zu) Datenimport- und -exportschnittstellen zu unterbinden
sowie Kompatibilitaetsversuche zu sanktionieren.
Im Kapitel über Weblogs und Wikis schildert Möller in ansprechender
Weise die Entstehungsgeschichte von Weblogs. Der exponentielle Anstieg
der Artikelzahl in Wikipedia ist erneut Hinweis dafür, wie groß
die Mitgestaltungsbereitschaft an der Informationsquelle Web ist.
Ein weiterer Punkt, den Möller nicht unerwähnt läßt,
ist die mißbräuchliche Verwendung der Kommunikationsinfrastruktur
(von Diskussionsforen, Wikis oder über syndizierte RSS-Inhalte)
durch sogenannte trolle. (Dies sind störende user, die z.B. kontraproduktive,
sinnlose Postings online stellen.) Der Autor stellt im Laufe seines
Buches unterschiedliche Ansätze, wie Bewertungsschemata, Seiten-
und user-Sperren, zeitliche Automatismen oder Moderationsteams vor.
Fazit: Ein insgesamt sehr gelungenes, lebendig geschr. Buch, das sich
m. E. allen am Web Interessierten und bereits Mitwirkenden empfehlen
läßt, denn: die Entwicklungen verlaufen rasant, und einen
umfassenden Überblick mit allen wesentlichen historischen und aktuellen
Eckpfeilern zu gewinnen ist mehr als erfreulich.
Möller Erik (2004): Die heimliche Medienrevolution. Wie Weblogs,
Wikis und freie Software die Welt verändern. Heise-Vlg.
2007-05-11
Digitization Training Landscape
In her article "Education for digitization", Claudia A. Perry
presents the results from a research conducted via inquiries over mailing
lists, direct contacts, as well as Web searches. The author outlines
the 2005 landscape of digitization training initiatives.
She divides the offerings info three groups: hands-on workshops, in-depth
training courses, as well as credit-based instructional products in
higher education. Her results include courses from both Europe and Northern
America, but do not postulate to be comprehensive. Especially in the
European area, a further investigation and analysis of topic coverage
in regard to commonly agreed 'building blocks' would certainly
be of interest. Such modules - including scanning, digital collection
policies, long-term preservation, project management - would ensure
that cultural heritage information professionals could act trained the
same set of core competencies.
It would be fruitful, if existing initiatives into this direction, become
recognized on a trans-national level of the E.U. member states. Two
activities in Austria currently developing are the Cultural Heritage
Digitisation License (CH@DL) and the working group ('Arbeitskreis')
"Digital Perservation". Both are carried out with the support
of the Austrian Computer Society (OCG).
Perry Claudia A. (2005): Education
for Digitization: How Do We Prepare? In: The Journal of Academic Librarianship
31(6), p. 523-532 2007-03-22
Buchtip
Thomas S. Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen.
Katie Hafner; Matthew Lyon: Where Wizards Stay Up Late: The Origins Of
The Internet. Musiktip
Gabriel Fauré: Romanze ohne Worte. (Noten)
Jaques Loussier: The Best of Play Bach. (CD)
2005-08-25
Das virtuelle Original (Folge 1)
Bilderwitz von
W. Krawcewicz
Wenn die Museumsbudgets konstant gegen null gehen, muß man sich
entsprechende Alternativen zur bisherigen Sammlungspolitik überlegen
- Vorteil: bei Objektbeschädigung oder Verlust ist das virtuelle
Original schnell durch ein vorrätiges aus dem Inventar ersetzt...
Ist aber prinzipiell im Sinne einer besucherorientierten Vermittlung,
denn historische Artefakte sollen ja (auch) Metaphern und Symbole für
gesellschaftliche Phänomene sein. ;-)
ein
virtuelles Original... 2004-07-13
Patricia Barber: Nightclub
Premonition Records/BlueNote, 2000.
Wenn Patricia Barber singt, dann tut sie dies leidenschaftlich und karg
zugleich. Ihre besondere vokale Expressivität läßt sich
schwer in Worte fassen: Die bloßen Liedtexte, welche an sich schon
teilweise semantische Leckerbissen sind, machen eben nur einen Teil von
Barbers erfrischend "alternativer" Virtuosität aus.
Patricia
Barber online 2004-07-08
ZEITENBLICKE - Online-Journal für die Geschichtswissenschaften
Hrsg. Gudrun Gersmann / Hubertus Kohle / Matthias Schnettger / Michael
Kaiser, Köln. ISSN: 1619-0459
E-Journal zur Geschichtswissenschaft, Kunstgeschichte und digitalen Medien.
Besonders empfehlenswert ist das virtuelle "Themenheft" Digitale
und digitalisierte Kunstgeschichte (2003).
zeitenblicke.historicum.net
2004-07-07
Astrid Hornby: Zwielichtgedämmere
Horitschon: Novum-Verlag, 2003. ISBN: 390232418X
Der vorliegende Band, mit dem Astrid Hornby ihr Debut als Schriftstellerin
gibt, ist in vier Sektionen unterteilt. "Darkness", "Doubts",
"Dreams" und "Light" laden zu einer tiefgründigen
Reise durch eine Gedanken- und Gefühlswelt ein, die - so wie es scheint
- zum einen Teil der Phantasie der Autorin entspringt und zum anderen
bisweilen eine sehr persönliche Reflexion darstellt. Das Buch lädt
den Leser - ähnlich einem Jahresablauf von Winter bis Frühling
- auf eine Reise ein: auf dem Weg stößt man auf überraschende
Assoziationen, die ein morbid-witziges Lesevergnügen bereiten.
Leseprobe: Aber wie konnten seine so geliebten Flammen
denn das Schlechte repräsentieren, wenn sie für ihn nur Gutes
enthielten? Sie waren so voller Leben: wenn er die Farben betrachtete,
die sie hervorbrachten, so musste er an Sonne und Liebe denken. Jedoch
hat beides eine 'Glut' inne und auch, wenn beide Leben spenden: Je mehr
man sich ihnen nähert, desto gefährlicher werden sie.
(aus der Kurzgeschichte "Der Feuerteufel")
Das
Buch kaufen bei amazon.at 2004-06-22
URL: http://
www.digiart.at/huber/rezensionen.php , printable
version
Erstellt am 22. Jun. 2004,
Letztes Update: 04. Mar. 2010
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